Lagotto Romagnolo
FCI Standardnummer: 298
Herkunftsland: Italien
Klassifikation: FCI Gruppe 8, Sektion 3, Wasserhunde
Widerristhöhe Hündin: 41–46 cm
Widerristhöhe Rüde: 43–48 cm
Gewicht Hündin: 11–14 kg
Gewicht Rüde: ca. 13–16 kg
Fellfarbe: Einfarbig schmutzig weiss, weiss mit braunen oder orangen Flecken, braunschimmel, braun in verschiedenen Schattierungen mit oder ohne weiss, orange mit oder ohne weiss; teilweise mit brauner bis dunkelbrauner Maske, lohfarbene Abzeichen sind zulässig
Fellbeschaffenheit: Dicht, wollig, mit engen ringförmigen Locken und sichtbarer Unterwolle, an der Oberfläche etwas rau
Halsumfang: ca. 32–40 cm - bitte immer am Hund messen
Der Lagotto Romagnolo
Geschichte
Der Lagotto Romagnolo ist ein alter italienischer Wasserhund aus der Romagna. Ursprünglich wurde er in den sumpfigen Gebieten rund um Comacchio und Ravenna als Wasser-Apportierhund eingesetzt. Als die Sümpfe trockengelegt und in Ackerland umgewandelt wurden, veränderte sich auch seine Aufgabe. Seitdem wurde er vor allem in den Ebenen und Hügeln der Romagna zur Trüffelsuche genutzt. Genau diese Entwicklung prägt die Rasse bis heute.
Aussehen
Körperform: Der Lagotto Romagnolo ist ein kleiner bis mittelgrosser, gut proportionierter und kräftig gebauter Hund von rustikalem Erscheinungsbild. Sein Körper ist nahezu quadratisch, insgesamt wirkt er robust, arbeitsfähig und beweglich.
Fell: Das Fell ist eines der auffälligsten Merkmale der Rasse. Es ist dicht, wollig und stark gelockt, mit sichtbarer Unterwolle. Es darf nicht geschniegelt oder pudelartig frisiert wirken, sondern soll den natürlichen, rustikalen Eindruck der Rasse unterstreichen.
Wesen/Charakter
Der Lagotto Romagnolo gilt als aufmerksam, liebenswürdig, aufgeweckt und eng an seinen Menschen gebunden. Er ist gehorsam, genügsam und in der Regel gut ausbildbar. Typisch ist sein ausgezeichneter Geruchssinn, der ihn zu einem sehr guten Trüffelhund macht. Durch gezielte Selektion wurde sein Jagdinstinkt so verändert, dass er sich bei der Arbeit möglichst wenig vom Wildgeruch ablenken lässt.
Pflege
Das Fell braucht regelmässige Pflege, auch wenn die Rasse wenig haart. Lockiges, dichtes Haar kann schnell verfilzen, wenn es nicht gebürstet, kontrolliert und in passenden Abständen gekürzt wird. Wichtig sind auch Ohren-, Krallen-, Zahn- und Pfotenkontrolle. Gerade an den Ohren und in dichten Fellpartien sollte man sorgfältig sein.
Gesundheit
Der Lagotto Romagnolo gilt insgesamt als robuste und arbeitsfähige Rasse. Dennoch können je nach Linie gesundheitliche Themen wie Hueftdysplasie, Patellaluxation, juvenile Epilepsie oder lysosomale Speicherkrankheit eine Rolle spielen. Deshalb ist eine verantwortungsvolle Zucht mit passenden Gesundheitsuntersuchungen besonders wichtig.
Erziehung
Die Erziehung gelingt oft gut, weil der Lagotto Romagnolo intelligent, menschenbezogen und arbeitsfreudig ist. Er braucht aber nicht nur Bewegung, sondern vor allem Nasenarbeit und geistige Auslastung. Freundliche, klare und konsequente Führung ist wichtig. Mit früher Sozialisierung und sinnvoller Beschäftigung entwickelt sich die Rasse meist zu einem sehr angenehmen Begleiter.
Welche Besonderheiten bringt diese Rasse mit sich?
Die grösste Besonderheit ist seine Spezialisierung als Trüffelhund. Der Lagotto Romagnolo ist einer der bekanntesten Hunde für die Trüffelsuche und bringt dafür einen hervorragenden Geruchssinn, Konzentration und Arbeitsfreude mit. Gleichzeitig ist er ein ehemaliger Wasserhund, was seine Geschichte innerhalb der FCI-Gruppe 8 besonders macht. Dazu kommt sein markantes, dicht gelocktes Fell, das ihn optisch sehr unverwechselbar wirken laesst.
Geeignet für Ersthundehalter?
Ja, grundsätzlich kann der Lagotto Romagnolo gut für engagierte Ersthundehalter geeignet sein. Er ist meist kooperativ, menschenbezogen und lernfreudig. Man sollte aber seinen Bedarf an Beschäftigung, Nasenarbeit und Fellpflege nicht unterschaetzen. Wer Zeit für Erziehung und sinnvolle Auslastung mitbringt, kann mit dieser Rasse sehr gut zurechtkommen.
Familienhund oder nicht?
Ja, der Lagotto Romagnolo kann ein sehr guter Familienhund sein. Er ist in der Regel freundlich, anhänglich und eng auf seine Menschen bezogen. Besonders gut passt er in aktive Haushalte, die ihm neben Alltag und Bewegung auch geistige Aufgaben bieten. Mit passender Auslastung und liebevoller Konsequenz ist er meist ein angenehmer und alltagstauglicher Familienhund.
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