Katze kaufen: Diese Überlegungen gehören vor die Anschaffung

Eine Katze kaufen bedeutet, sich für 15 bis 20 Jahre zu binden. Das lässt sich gut planen: Prüfen Sie zuerst Alltag und Wohnung, danach Budget und Bezugsquelle. Als Zoo-Roco-Team zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf es vor dem Einzug ankommt, und was Sie in der Schweiz finanziell und rechtlich erwartet. Die Erstausstattung vor dem … Katze kaufen: Diese Überlegungen gehören vor die Anschaffung Weiterlesen

Katze kaufen: Diese Überlegungen gehören vor die Anschaffung

Eine Katze kaufen bedeutet, sich für 15 bis 20 Jahre zu binden. Das lässt sich gut planen: Prüfen Sie zuerst Alltag und Wohnung, danach Budget und Bezugsquelle. Als Zoo-Roco-Team zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf es vor dem Einzug ankommt, und was Sie in der Schweiz finanziell und rechtlich erwartet.

  • Die Erstausstattung vor dem Einzug kostet zusammen etwa CHF 500 bis 600 je nach Katzenbaum auch mehr

  • Die laufenden Kosten liegen jährlich bei CHF 700 bis 2’000, je nach Futterqualität und Gesundheit Ihrer Katze.

  • Eine Tierheimkatze kostet meist CHF 150 bis 200 und ist dann bereits kastriert, geimpft und gechippt.

  • Mieter klären die Erlaubnis vorab, auch für bauliche Anpassungen wie Katzentüre oder Katzentreppe.

  • Wohnungskatzen profitieren besonders von einem Artgenossen, weil Gesellschaft für sie oft wichtiger ist als für Freigänger.

Passt eine Katze wirklich zu Ihrem Alltag?

Eine Katze begleitet Sie durch Umzüge, Jobwechsel und vielleicht auch durch Familienzuwachs oder Trennung. Das sind 15 bis 20 Jahre mit täglichen Pflichten: füttern, Katzenklo reinigen, spielen, kuscheln. Ferien und kranke Tage gehören auch dazu, denn die Katze benötigt dann trotzdem jemanden, der sich kümmert. Fragen Sie sich also nicht, ob Sie heute Zeit haben. Fragen Sie sich, ob Sie in zehn Jahren noch dazu bereit sind.

Dann zur Wohnung. Mieter müssen vorab klären, ob der Vermieter die Katzenhaltung erlaubt. Der Schweizer Tierschutz STS empfiehlt das ausdrücklich, und es gilt auch für bauliche Anpassungen wie eine Katzentreppe oder eine Katzentüre. Holen Sie die Zusage am besten schriftlich ein.

Ausserdem entscheiden Sie, ob Ihre Katze Freigänger wird oder drinnen bleibt. Freigang setzt eine ruhige Umgebung ohne viel Verkehr voraus. Eine Wohnungskatze benötigt dafür Klettermöglichkeiten, Verstecke und tägliches Spiel. Ein gesicherter Balkon ist eine schöne Ergänzung.

Mit diesen fünf Fragen machen Sie den ersten Check:

  • Erlaubt der Mietvertrag Katzen, und hat der Vermieter zugestimmt?

  • Wie viele Stunden am Tag ist niemand zu Hause?

  • Ist Freigang in Ihrer Umgebung sinnvoll möglich, oder bleibt die Katze drinnen?

  • Kann Ihr Budget auch einen teuren Tierarztbesuch tragen?

  • Können Sie sich vorstellen, die Katze 15 bis 20 Jahre zu betreuen?

Was kostet eine Katze in der Schweiz wirklich?

Eine amtliche Einzelzahl existiert nicht, es gibt nur Schätzungen von Tierschutzorganisationen und Medien.

Kostenart

Spanne in CHF

Was den Preis bestimmt

Anschaffung Tierheimkatze

150 bis 200

Kastration, Impfung, Chip und Entwurmung sind meist enthalten

Anschaffung Rassekatze vom Züchter

500 bis 2’000

Rasse, Stammbaum und Züchter; gefragte Rassen wie Perser oder Maine Coon kosten oft deutlich mehr

Erstausstattung (einmalig)

500 bis 600

Napf, Bett, Katzenklo, Transportkorb, Kratzbaum, Spielzeug

Laufende Kosten pro Jahr

700 bis 2’000

Futterqualität, Streu, Impfungen, Parasitenbehandlung

Tierärztliche Vorsorge pro Jahr

rund 150

Impfungen und Parasitenschutz

Kastration Kater

60 bis 150

Eine Kätzin zu sterilisieren ist in der Regel teurer

Tierarzt-Notfall

schnell mehrere Tausend

Krankheit, Unfall oder Operation

Tierversicherung

ab rund 45 pro Jahr

Versicherungssumme zwischen CHF 2’000 und 5’000

Die Zahlen stammen vom STS, von Animalia und aus einer Auswertung der Finanz und Wirtschaft. Die Adoption im Tierheim ist in der Regel günstig, weil die Vorsorge schon erledigt ist.

Rechenbeispiel: Im ersten Jahr mit einer Tierheimkatze kommen Sie auf rund CHF 1’350 bis 2’800. Das ergibt sich aus Adoption, Erstausstattung und laufenden Kosten, jeweils mit den Spannen aus der Tabelle.

Das Bundesamt für Statistik nennt im Schnitt 58 Franken pro Monat, die Budgetberatung Schweiz rechnet mit 60 bis 250 Franken. Vergleichsrechnungen, etwa von Comparis, kommen über rund 15 Jahre auf rund CHF 20’000. Das ist keine einfache Hochrechnung der 58 Franken, denn diese Rechnungen schliessen das teurere erste Jahr, Tierarztkosten und Schwankungen mit ein. Sehen Sie die Summe als Planungsgrundlage, damit später keine Überraschung entsteht. Die grösste Unbekannte bleibt der Tierarzt.

Eine Tierversicherung ist eine sinnvolle Absicherung für Notfälle. Sie deckt nur die versicherte Summe, alles darüber tragen Sie selbst. Legen Sie sich zusätzlich ein kleines Polster zur Seite.

Eine Katze oder gleich zwei?

Katzen sind gesellig, auch wenn manche so tun, als wären sie lieber allein. Wohnungskatzen profitieren besonders von einem Partnertier, denn sie finden draussen keine Artgenossen. Freigänger knüpfen Kontakte eher selbst. Das gilt vor allem, wenn Sie tagsüber lange weg sind.

Zwei Katzen bedeuten allerdings doppelte Kosten für Futter, Streu und Tierarzt. Fragen Sie im Tierheim nach Geschwistern oder eingespielten Paaren, die zusammen vermittelt werden. Das spart Ihnen das mühsame Zusammenführen zweier Fremder.

Katze kaufen: Tierheim, Züchter oder Bauernhof?

Schauen Sie zuerst ins Tierheim, es lohnt sich. Die Tiere sind meist kastriert, gechippt, geimpft und gegen Würmer und Flöhe behandelt. Dafür zahlen Sie in der Regel CHF 150 bis 200. Beim Züchter müssten Sie diese Leistungen oft selbst bezahlen. Tierheimmitarbeitende kennen zudem den Charakter der Tiere und vermitteln, wer zu wem passt.

Bei Katzen vom Bauernhof oder aus privaten Inseraten fehlen dagegen oft Impfung, Chip und Kastration. Planen Sie dann gleich nach dem Einzug einen Tierarztbesuch ein. Aus der Rechnung wird dann schnell mehr als die vermeintliche Ersparnis.

Rassekatze vom Züchter: Worauf Sie achten sollten

Wenn Sie sich eine bestimmte Rasse wünschen, ist das völlig in Ordnung. Ein seriöser Züchter zeigt Ihnen den Stammbaum und lässt Sie die Haltung vor Ort ansehen. Die Elterntiere sollten gesund und gut gepflegt sein, und er belegt Gesundheitstests. Er gibt die Kitten zudem nicht zu früh ab. Für viele Rassen liegen die Preise bei CHF 500 bis 2’000. Gefragte Rassen wie Perser oder Maine Coon kosten deutlich mehr, oft mehrere tausend Franken.

Charakter und Pflege der beliebten Rassen erklären wir in den Porträts zur Perser Katze und zur Maine Coon in der Schweiz. Sie helfen Ihnen beim Abwägen, sind aber keine Kaufempfehlung.

Welche rechtlichen Punkte Sie vor der Anschaffung kennen sollten

Ein eigenes Katzengesetz gibt es in der Schweiz nicht. Das Wichtigste steht verstreut in der Tierschutzverordnung (TSchV):

  • Keine Registrierungspflicht und keine Katzensteuer.

  • Keine Kastrationspflicht, aber laut Art. 25 Abs. 4 TSchV zumutbare Massnahmen gegen unkontrollierte Vermehrung erforderlich.

  • Einzeln gehaltene Katzen benötigen laut Art. 80 TSchV täglich Umgang mit Menschen oder Sichtkontakt zu Artgenossen.

  • Einen Chip schreibt das Gesetz nicht vor; der STS empfiehlt ihn dringend, samt Registrierung in der Datenbank Anis.

Für Freigänger gilt zusätzlich: Sie sollten geimpft und entwurmt sein und, sobald es das Alter zulässt, kastriert werden.

Allergien, Ferienbetreuung und Erstausstattung: Was Sie zusätzlich klären sollten

Allergien klären Sie vor dem Einzug. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Allergologen. Ein Besuch bei Freunden mit Katze zeigt zusätzlich, wie jemand im Haushalt reagiert. Eine Diagnose kann dieser Text nicht ersetzen.

Für die Ferien brauchen Sie Verlässliche: Nachbarn, Freunde oder einen Katzensitter, der täglich vorbeischaut. Sprechen Sie das am besten schon vor der Anschaffung ab.

Die Erstausstattung muss vor dem Einzug stehen: Katzentoilette mit Streu, Futter- und Wassernapf, Transportkorb, Kratzbaum und Schlafplatz.

Die komplette Checkliste für den Start finden Sie bei uns, passendes Katzenzubehör von Kratzbaum bis Katzenklo in unserem Shop.

Typische Fehler vor der Anschaffung vermeiden

Diese vier Stolpersteine lassen sich mit etwas Vorbereitung leicht umgehen:

  1. Kosten unterschätzen: Rechnen Sie mit den Tabellenspannen und legen Sie ein Tierarzt-Polster zurück.

  2. Spontan anschaffen: Holen Sie zuerst die Erlaubnis des Vermieters ein.

  3. Eine sehr gesellige Katze allein halten: Wer ganztags arbeitet, plant zwei Tiere ein.

  4. Die Ferien vergessen: Organisieren Sie die Betreuung, bevor die Katze einzieht.

Wenn Sie eine exotische Rasse im Blick haben, sei Vorsicht geboten: Die Verpaarung von Haus- und Wildkatze ist in der Schweiz verboten. Hybridkatzen mit mindestens 50 Prozent Wildkatzenanteil gelten als Wildtiere, ihre Haltung ist bewilligungspflichtig. Der STS rät ausserdem von importierten Bengalkatzen ab.

Der nächste Schritt zu Ihrer Katze

Die wichtigste Entscheidung ist nicht die Rasse, sondern der ehrliche Abgleich zwischen Ihrem Alltag und dem, was eine Katze benötigt. Passt das, finden Sie die richtige Katze fast von allein.

Besuchen Sie als Nächstes ein Tierheim in Ihrer Nähe und lernen Sie dort unverbindlich Katzen kennen. Fragen Sie nach Charakter und Vorgeschichte. Wenn die Wahl getroffen ist, beraten wir Sie bei Zoo Roco gern zur Ausstattung, damit der Start gelingt.

Häufige Fragen zur Katzenanschaffung

Ab welchem Alter darf ein Kitten von der Mutter weg?

Frühestens mit 12 Wochen. Bis dahin lernt das Kitten von Mutter und Geschwistern wichtige Verhaltensregeln. Zu früh abgegebene Tiere haben es später oft schwerer im Zusammenleben.

Wie lange darf eine Katze allein bleiben?

Eine erwachsene Katze kommt mit einem Arbeitstag allein meist zurecht, besonders mit Artgenossen und Beschäftigung. Kitten brauchen deutlich mehr Gesellschaft. Über mehrere Tage sollte täglich jemand nach der Katze schauen.

Ist eine Wohnungskatze glücklich ohne Freigang?

Ja, wenn die Wohnung ihr genug Abwechslung bietet. Ein Kratzbaum und ein Fensterplatz gehören dazu, ebenso tägliches Spiel mit Ihnen. Möglichst lebt noch ein Artgenosse mit. Ein gesicherter Balkon bringt zusätzlich Frischluft und Gerüche von draussen.

Was passiert mit meiner Katze, wenn ich ins Spital muss oder verreise?

Eine Vertrauensperson versorgt sie in Ihrer Wohnung, denn Katzen bleiben oft lieber im vertrauten Zuhause. Besprechen Sie das vorab mit Nachbarn, Freunden oder einem Katzensitter. Eine Tierpension kostet laut Finanz und Wirtschaft rund CHF 15 bis 45 pro Tag.

Wie lange braucht eine neue Katze zum Eingewöhnen?

Meist einige Tage bis wenige Wochen. Geben Sie ihr einen ruhigen Raum mit Katzenklo, Wasser und Versteck und lassen Sie sie die Wohnung in ihrem Tempo erkunden.

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