Grossenbacher – Hundegeschirre der Superlative

Grossenbacher

Ein Hundegeschirr soll gut aussehen – vor allem aber muss es zum Körper des Hundes und zum vorgesehenen Einsatz passen. Ein Geschirr für den täglichen Spaziergang muss andere Anforderungen erfüllen als ein Sicherheitsgeschirr für einen Angsthund, ein Mantrailing-Geschirr oder eine Tragehilfe für einen älteren Hund.

Das Schweizer Unternehmen Beat Grossenbacher GmbH entwickelt Hundegeschirre und weiteres Hunde- und Pferdezubehör. Ein grosser Teil der Produkte wird nach eigenen Entwürfen am Firmensitz in Hasle bei Burgdorf entwickelt und gefertigt. Auch Massanfertigungen, Reparaturen und persönliche Beratungen gehören zum Angebot.

Durch die Kombination unterschiedlicher Modelle, Grössen, Farben und Zusatzausstattungen entsteht eine enorme Auswahl. Rein rechnerisch ergeben sich weit über tausend mögliche Varianten. Doch welches Geschirr eignet sich für welchen Hund?

Zuerst kommt der Einsatzzweck

Vor dem Kauf sollte nicht die Lieblingsfarbe die erste Frage sein, sondern:

Wofür wird das Geschirr benötigt?

Mögliche Einsatzgebiete sind beispielsweise:

  • tägliche Spaziergänge
  • Wandern und Reisen
  • Junghunde im Wachstum
  • Angst- und Ausbruchshunde
  • Unterstützung älterer oder körperlich eingeschränkter Hunde
  • Autofahrten
  • Mantrailing
  • Schutzdienst
  • Zughundesport
  • Arbeit mit Blindenführ- oder Assistenzhunden
  • bessere Sichtbarkeit bei Dunkelheit

Grossenbacher führt entsprechend unterschiedliche Produktgruppen für Alltag, Training, Jagd, Mantrailing, Reisen, Rettung, Seniorenhunde, Wandern, Wassersport und Zugsport.

Ein Modell, das für einen ruhigen Spaziergang ideal ist, muss deshalb nicht automatisch für einen Hund geeignet sein, der sich bei Angst rückwärts aus dem Geschirr windet. Ebenso sollte ein Sportgeschirr den Hund in seiner Arbeitsbewegung unterstützen und nicht nur besonders stabil sein.

Die richtige Grösse finden

Die Grössenbezeichnung allein reicht für die Auswahl nicht aus. Hunde mit gleichem Gewicht können sehr unterschiedlich gebaut sein. Ein schmaler Windhund benötigt eine andere Passform als eine kompakte Bulldogge oder ein kräftiger Labrador.

Auf der Herstellerseite dienen Gewicht und Rasse deshalb lediglich als Anhaltspunkte. Je nach Modell reicht das Grössenspektrum von sehr kleinen Grössen für Chihuahua und Prager Rattler bis zu 3XL für sehr grosse Hunde wie Bernhardiner, Neufundländer oder Landseer.

Wichtig ist immer der tatsächliche Körperbau.

Der Hund muss beim Messen stehen

Der Hund sollte beim Ausmessen und bei der Anprobe ruhig und möglichst gerade stehen. Im Sitzen verändert sich die Körperform, insbesondere im Brust- und Schulterbereich. Dadurch können falsche Masse entstehen.

Das Fell sollte normal liegen und nicht stark zusammengedrückt werden. Bei langhaarigen oder regelmässig geschorenen Hunden muss bedacht werden, dass sich der benötigte Umfang je nach Felllänge verändert.

Für solche Hunde oder für Junghunde kann ein stark verstellbares Geschirr sinnvoll sein. Das Modell Vary lässt sich beispielsweise an Hals, Brust und Bauch einstellen und wird vom Hersteller sowohl für erwachsene Hunde als auch für Junghunde im Wachstum empfohlen.

Wo sollte der Bauchgurt liegen?

Der Bauchgurt sollte nicht direkt hinter den Vorderbeinen verlaufen. Zwischen Achsel und Gurt sollte ausreichend Platz bleiben, damit das Material nicht bei jedem Schritt scheuert.

Als Orientierung kann der Bauchgurt etwa eine bis höchstens zwei Fingerbreiten hinter dem Ende des Brustbeins beziehungsweise mit genügend Abstand zur Achsel liegen. Der genaue Abstand hängt jedoch von der Grösse und dem Körperbau des Hundes ab.

Wichtig ist:

  • Der Gurt darf nicht in die Achsel schneiden.
  • Er darf nicht über den weichen Bauch nach hinten rutschen.
  • Er sollte auf dem stabileren Brustkorb liegen.
  • Beim Laufen dürfen die Vorderbeine den Gurt nicht berühren.

Besonders bei sehr kurzen Hunden ist dieser Bereich anspruchsvoll. Ist der Rückensteg zu lang, liegt der Bauchgurt zu weit hinten. Ist er zu kurz, rutscht er in die Achsel.

Der Unterbruststeg

Der Unterbruststeg verläuft zwischen den Vorderbeinen. Seine Länge und Breite beeinflussen die Passform entscheidend.

Ist der Steg zu kurz, wird der Bauchgurt nach vorn in Richtung Achsel gezogen. Dadurch können Scheuerstellen entstehen. Gleichzeitig kann das Geschirr die Bewegungsfreiheit der Ellbogen einschränken.

Ist der Steg zu lang, kann das Geschirr nach hinten rutschen oder instabil werden.

Auch die Breite muss zum Hund passen:

  • Schmal gebaute Hunde benötigen einen schmaleren Unterbruststeg.
  • Breit gebaute Hunde benötigen mehr Platz zwischen den Vorderbeinen.
  • Der Steg darf nicht gegen die Innenseiten der Beine drücken.
  • Er sollte möglichst mittig über dem Brustbein verlaufen.

Ein universeller Steg passt deshalb nicht automatisch zu jedem Hund.

Die Seitengurte

Die seitlichen Gurte sollten vom unteren Brustbereich leicht nach hinten zum Rücken verlaufen. Sie dürfen weder unmittelbar hinter den Vorderbeinen nach oben ziehen noch lose seitlich herunterhängen.

Unter die Seitengurte sollten sich auf beiden Seiten ungefähr zwei Finger schieben lassen. Diese Faustregel dient jedoch nur als Orientierung.

Entscheidend ist, dass:

  • der Hund frei atmen kann,
  • das Geschirr nicht scheuert,
  • es sich nicht stark verdrehen lässt
  • und der Hund nicht rückwärts herauskommt.

Bei einem sehr kleinen Hund entsprechen zwei menschliche Finger einem anderen Verhältnis als bei einem Bernhardiner. Die Kontrolle während der Bewegung ist daher wichtiger als eine starre Fingerregel.

Nicht zu eng und nicht zu locker

Ein gut sitzendes Geschirr muss nicht wie eine zweite Haut am Körper kleben. Es soll sich der Bewegung des Hundes anpassen können.

Zu eng verschnallte Gurte können:

  • scheuern,
  • die Atmung behindern,
  • Druckstellen verursachen,
  • die Schulterbewegung einschränken
  • und bei Zug unangenehmen Druck erzeugen.

Ein zu lockeres Geschirr kann dagegen verrutschen, sich verdrehen oder im schlimmsten Fall abgestreift werden.

Nach der ersten Einstellung sollte der Hund deshalb einige Schritte gehen, traben, sich setzen und den Kopf nach unten nehmen. Erst in der Bewegung zeigt sich, ob das Geschirr wirklich passend eingestellt ist.

Freie Schulterbewegung

Schulterblatt, Schultergelenk und Ellbogen sollten sich möglichst ungehindert bewegen können.

Ein waagerecht über die Vorderseite der Schulter verlaufender Gurt kann die Bewegung beeinflussen, insbesondere wenn er eng eingestellt ist. Bei einem gut geschnittenen Y-Geschirr verlaufen die Gurte seitlich am Hals und treffen vorne auf dem Brustbein zusammen.

Der Hersteller beschreibt das Vary-Geschirr so, dass Schulterblatt, Schulter- und Ellbogengelenk durch den Schnitt frei bleiben sollen. Harte Versteller liegen bei diesem Modell nicht auf Schulter oder Brustbein.

Ob dies bei einem individuellen Hund tatsächlich erreicht wird, muss jedoch bei der Anprobe überprüft werden. Kein Schnitt passt automatisch zu jeder Körperform.

Die verschiedenen Grossenbacher-Modelle

Das Sortiment umfasst mehrere Grundformen und zahlreiche Spezialausführungen. Manche Modellnamen unterscheiden sich nur durch einzelne Ergänzungen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

Vary – das stark verstellbare Geschirr

Das Vary ist an Hals, Brust und Bauch verstellbar. Dadurch eignet es sich besonders für:

  • Junghunde im Wachstum
  • Hunde mit wechselnder Felllänge
  • Hunde, die zwischen zwei herkömmlichen Grössen liegen
  • Hunde, deren Körperform eine besonders genaue Einstellung verlangt

Das Geschirr besitzt zwei Anbinderinge. Für den Alltag empfiehlt der Hersteller, die Leine am hinteren Ring zu befestigen. Für eine kürzere Führung können Vorder- und Hinterring mit einer Führleine verbunden werden.

Die Vary-Reihe wird in zahlreichen Farbkombinationen und Grössen angeboten. Je nach Ausgangsgrösse lässt sich das Geschirr über einen grossen Bereich verkleinern beziehungsweise vergrössern.

Vary Standard

Das Vary Standard ist die Grundausführung für Spaziergänge, Alltag und vielseitige Nutzung.

Es eignet sich besonders für Hunde, bei denen ein klassisches Geschirr nicht präzise genug eingestellt werden kann. Durch die vielen Verstellmöglichkeiten kann die Position der einzelnen Gurte besser an den Hund angepasst werden.

Vary Support

Das Vary Support besitzt einen verlängerten Körperbereich, einen zusätzlichen Bauchgurt und zusätzliche Haltemöglichkeiten.

Es wurde für Situationen entwickelt, in denen ein Hund stärker gesichert oder unterstützt werden soll, beispielsweise:

  • bei Angst- oder Fluchtverhalten
  • beim Wandern
  • beim Einsteigen ins Auto
  • auf Treppen
  • beim Überwinden kleiner Hindernisse
  • bei vorübergehenden Bewegungseinschränkungen

Der zweite Bauchgurt erschwert es dem Hund, sich rückwärts aus dem Geschirr zu winden. Damit das Geschirr ausbruchsicher wirken kann, muss es jedoch korrekt eingestellt und zur Körperform des Hundes passend gewählt werden.

Ein Panikgeschirr ist nur dann sicher, wenn der hintere Gurt nicht über den Brustkorb nach vorne rutschen kann.

Vary X-Long

Das Vary X-Long richtet sich an besonders lang gebaute Hunde oder an Tiere, bei denen der normale Abstand zwischen Vorder- und Hintergurt nicht ausreicht.

Das kann beispielsweise bei Windhundtypen oder Hunden mit langem Brustkorb hilfreich sein. Ein längerer Schnitt ist jedoch nicht automatisch besser: Der hintere Gurt muss weiterhin auf einer geeigneten Körperstelle liegen.

Vary Night

Das Vary Night kombiniert die verstellbare Form mit Elementen für bessere Sichtbarkeit bei Dunkelheit.

Die Produktreihe wird mit reflektierenden oder leuchtenden Ausstattungen angeboten. Sie ist besonders für Hundehalterinnen und Hundehalter interessant, die morgens, abends oder im Winter häufig bei schlechten Lichtverhältnissen unterwegs sind. Die Herstellerseite führt das Modell als reflektierendes Geschirr mit LED-Leuchten.

Leuchtende Elemente ersetzen jedoch weder eine Leine noch die Aufmerksamkeit im Strassenverkehr.

Vary Proguide

Das Vary Proguide ist für besondere Führ- und Arbeitsaufgaben gedacht. Der Name weist auf den Einsatz im Bereich Führung und Assistenz hin.

Bei Arbeitsgeschirren ist eine fachkundige Anpassung besonders wichtig. Die Zug- und Führungselemente müssen so positioniert sein, dass sie den Hund nicht einseitig belasten und die benötigten Signale klar übertragen werden.

Vary Batch

Das Vary Batch erweitert die Grundform um eine weitere Spezialausstattung. Bei solchen Modellen sollte vor dem Kauf genau geklärt werden, welche Funktion die jeweilige Variante erfüllt und ob diese im Alltag tatsächlich benötigt wird.

Zusätzliche Gurte und Befestigungspunkte sind nicht automatisch ein Vorteil. Sie müssen zum Einsatzzweck passen und korrekt verwendet werden.

Dog’s Fun Run Standard

Die Dog’s-Fun-Run-Reihe gehört zu den langjährigen Grossenbacher-Modellen. Das Standardmodell ist als vielseitiges Alltagsgeschirr konzipiert.

Die Modellreihe wird in zahlreichen Grössen angeboten – von sehr kleinen Hunden bis zu grossen und schweren Rassen. Gewicht und Rasse dienen dabei lediglich zur ersten Orientierung.

Dog’s Fun Run Support

Das Support-Modell besitzt zusätzliche Gurte und Haltemöglichkeiten. Es kann für Hunde interessant sein, die gesichert oder kurzzeitig unterstützt werden müssen.

Eine solche Unterstützung kann beispielsweise bei einem älteren Hund hilfreich sein. Bei Hüftdysplasie, Arthrose, neurologischen Erkrankungen oder nach einer Operation sollte die Wahl einer Trage- oder Unterstützungshilfe jedoch mit einer Tierärztin, einem Tierarzt oder einer tierphysiotherapeutischen Fachperson abgestimmt werden.

Ein Geschirr behandelt die Ursache einer Erkrankung nicht. Es kann aber den Alltag erleichtern, wenn es richtig gewählt und eingesetzt wird.

Dog’s Fun Run Support X-Long

Die X-Long-Ausführung verbindet die Unterstützungselemente mit einer verlängerten Passform.

Sie kann bei lang gebauten Hunden sinnvoll sein, bei denen ein normales Support-Geschirr zu kurz ausfällt oder ungünstig in den Achseln liegt.

Dog’s Fun Run Night

Das Night-Modell ist auf bessere Sichtbarkeit ausgerichtet. Reflektierende oder aktive Leuchtelemente können dazu beitragen, dass der Hund bei Dämmerung und Dunkelheit früher erkannt wird.

Besonders bei langhaarigen Hunden ist wichtig, dass reflektierende Flächen nicht vollständig vom Fell verdeckt werden.

Dog’s Fun Run Travel

Das Travel-Geschirr ist für Reisen und Autofahrten vorgesehen. Die Produktpalette enthält ausserdem die Ausführung Travel Xtreme. Beide Modelle werden vom Hersteller in der Kategorie Reisen und Autofahren geführt.

Ein normales Spaziergeschirr ist nicht automatisch als Rückhaltesystem für das Auto geeignet. Für die Sicherung im Fahrzeug sollte überprüft werden:

  • Für welche Befestigungsart ist das Modell vorgesehen?
  • Welche Verbindung zum Fahrzeug wird benötigt?
  • Gibt es Prüf- oder Belastungsangaben?
  • Darf der Hund am Rückenring befestigt werden?
  • Ist eine zusätzliche Transportbox die sicherere Lösung?

Ein Hund darf im Auto nicht lediglich am Halsband gesichert werden. Bei einem Unfall entstehen sehr hohe Kräfte.

Mantrailer V-Trailer

Für die Nasenarbeit und das Mantrailing bietet Grossenbacher verschiedene Ausführungen des V-Trailers an.

Aufgeführt werden unter anderem:

  • V-Trailer
  • V-Trailer mit Reflekt
  • V-Trailer mit Reflekt und LED
  • V-Trailer mit Laufrolle

Beim Mantrailing soll der Hund kontrolliert in das Geschirr ziehen können. Das Geschirr muss deshalb anders aufgebaut sein als ein reines Alltagsgeschirr. Der Zugpunkt, die Rückenlänge und die seitliche Stabilität spielen eine besondere Rolle.

Das Mantrailing-Geschirr sollte nur für die Arbeit angezogen werden. So kann es für den Hund zusätzlich zu einem klaren Signal werden, dass nun gesucht und gearbeitet wird.

Hetzgeschirr Guard und Hetzgeschirr Profi

Die Modelle Guard und Profi sind für spezielle sportliche oder dienstliche Einsatzbereiche bestimmt. Die Herstellerseite führt das Hetzgeschirr Guard innerhalb der Vary-Modellübersicht und das Hetzgeschirr Profi gemeinsam mit den Dog’s-Fun-Run- und Mantrailing-Modellen.

Solche Geschirre sollten nicht allein nach Optik ausgewählt werden. Material, Griffpositionen, Zugverteilung und Bewegungsfreiheit müssen zur jeweiligen Arbeit passen.

Proguide- und Assistenzmodelle

Für Führ-, Rettungs- und Assistenzaufgaben gelten besondere Anforderungen. Griffe und Führbügel dürfen nicht so eingesetzt werden, dass dauerhafter Druck auf Wirbelsäule oder Brustkorb entsteht.

Die Anpassung sollte idealerweise gemeinsam mit einer Fachperson erfolgen, die sowohl die Aufgabe des Hundes als auch seine Anatomie berücksichtigt.

Massgeschirre für besondere Körperformen

Nicht jeder Hund passt in eine Grössentabelle.

Ein Massgeschirr kann sinnvoll sein bei:

  • sehr tiefem oder sehr schmalem Brustkorb
  • ungewöhnlich langem Rücken
  • starkem Grössenunterschied zwischen Hals und Brust
  • Fehlstellungen oder körperlichen Einschränkungen
  • Amputationen
  • besonders kleinen oder grossen Hunden
  • Hunden, bei denen Standardmodelle regelmässig scheuern

Grossenbacher bietet Massgeschirre und eine persönliche Vermessung am Firmensitz in Hasle bei Burgdorf an. Auch individuelle Farbwünsche sind möglich.

Farbe ist mehr als Geschmackssache

Bei der Farbauswahl sind zahlreiche Kombinationen möglich. Neben klassischen Farben werden auch leuchtende und kontrastreiche Varianten angeboten.

Eine auffällige Farbe kann praktische Vorteile haben:

  • Der Hund ist im Gelände leichter zu erkennen.
  • Bei mehreren Hunden lassen sich die Geschirre unterscheiden.
  • Leuchtfarben verbessern die Sichtbarkeit am Tag.
  • Reflexmaterial hilft bei Dunkelheit.

Bei einem Angsthund sollte die Farbe dennoch nicht das wichtigste Auswahlkriterium sein. Sicherheit und korrekter Sitz haben Vorrang.

So wird das Geschirr kontrolliert

Nach dem Anziehen lohnt sich ein kurzer Passformcheck.

Von vorne

Der vordere Bereich sollte möglichst mittig auf dem Brustbein liegen. Die Halsgurte dürfen nicht auf die Schultergelenke rutschen und nicht gegen die Luftröhre drücken.

Von der Seite

Der Bauchgurt muss Abstand zur Achsel haben und auf dem Brustkorb liegen. Die Seitengurte sollten leicht nach hinten verlaufen.

Von oben

Das Geschirr sollte mittig auf dem Rücken liegen und sich nicht deutlich zu einer Seite drehen.

In der Bewegung

Der Hund sollte einige Schritte gehen und traben. Dabei wird geprüft:

  • Berühren die Vorderbeine den Gurt?
  • Rutscht das Geschirr nach vorne?
  • Verdreht es sich?
  • Kann der Hund den Kopf problemlos senken?
  • Bleiben Schulter und Ellbogen frei?
  • Entstehen Falten oder Druckstellen?

Nach längeren Spaziergängen sollte das Fell in den Achseln und unter den Gurten kontrolliert werden.

Bei Junghunden regelmässig nachstellen

Junge Hunde können innerhalb weniger Wochen deutlich wachsen. Ein einmal passend eingestelltes Geschirr kann deshalb schnell zu eng werden.

Bei Junghunden sollte der Sitz mindestens wöchentlich überprüft werden. Auch Gewichtsveränderungen, Fellwechsel oder ein neuer Haarschnitt können eine Anpassung notwendig machen.

Das stark verstellbare Vary-Modell ist laut Hersteller gerade für Junghunde und Hunde mit wechselnder Felllänge vorgesehen.

Ein Sicherheitsgeschirr ersetzt kein Training

Ein gut sitzendes Panik- oder Supportgeschirr kann verhindern, dass ein Hund in einer Schrecksituation entkommt. Es löst jedoch nicht die Ursache seiner Angst.

Bei stark ängstlichen Hunden empfiehlt sich häufig eine doppelte Sicherung, beispielsweise durch:

  • Sicherheitsgeschirr
  • Halsband
  • zwei getrennte Leinen oder eine geeignete Verbindung
  • stabile Karabiner
  • eine am Körper getragene Sicherung

Die konkrete Lösung muss zum Hund und zur Situation passen. Ein Sicherheitsgeschirr darf dem Tier nicht über Stunden unnötig eng angezogen bleiben.

Qualität zeigt sich auch nach dem Kauf

Ein Geschirr ist ein Gebrauchsgegenstand. Gurte, Nähte, Schnallen und Ringe werden durch Zug, Feuchtigkeit, Schmutz und häufiges Waschen belastet.

Deshalb sollte es regelmässig kontrolliert werden:

  • Sind Nähte beschädigt?
  • Haben Gurte eingerissene Kanten?
  • Schliessen die Steckverschlüsse noch sicher?
  • Sind Metallringe verbogen oder stark abgenutzt?
  • Funktionieren Leucht- und Reflexelemente?
  • Hat der Hund das Material angenagt?

Grossenbacher bietet neben Massanfertigungen auch Reparaturen über die eigene Werkstatt an.

Fazit: Nicht irgendein Geschirr, sondern das passende

Die Auswahl bei Grossenbacher ist tatsächlich aussergewöhnlich gross. Alltag, Wachstum, Dunkelheit, Reisen, Angstverhalten, Unterstützung, Mantrailing oder Hundesport: Für zahlreiche Anforderungen gibt es eigene Modelle und Ausführungen.

Diese Vielfalt ist allerdings nur dann ein Vorteil, wenn zuerst der Einsatzzweck und die Körperform des Hundes betrachtet werden.

Das ideale Geschirr:

  • liegt auf dem stabilen Brustkorb,
  • hält Abstand zu den Achseln,
  • lässt Schulter und Ellbogen frei,
  • drückt nicht auf Hals oder Wirbelsäule,
  • verdreht sich nicht,
  • kann nicht abgestreift werden
  • und erfüllt die Aufgabe, für die es gekauft wurde.

Erst wenn Passform, Sicherheit und Funktion stimmen, darf die Farbe entscheiden.

Bei Unsicherheit empfiehlt der Hersteller, Gewicht und Rasse des Hundes sowie je ein Foto des stehenden Hundes von vorne und von der Seite einzureichen. Noch zuverlässiger ist eine persönliche Anprobe, insbesondere bei Angsthunden, körperlichen Einschränkungen oder ungewöhnlichen Körperformen. (Grossenbacher Beat)

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Autor: Therese Schumacher

Geschäftsführerin Zoo Roco / eidg. Dipl. Detailhandelskaufmann / Tierpflegerausweis / Erwachsenenbildnerin / Prüfungsexpertin im Zoofachhandel und Mastertrainerin / Autorin von Schulunterlagen/ Präsidentin Verband Zoologischer Fachgeschäfte der Schweiz / Hobby Fotografie-Reisen.ch Zoo Roco Team:/ Thesi IST der Zoo Roco in menschlicher Gestalt. Seit über 30 Jahren führt sie erfolgreich dieses Fachgeschäft und tut dies mit einer so grossen Leidenschaft, dass es seinesgleichen sucht. Thesi ist unser Superhirn, weil sie über jede Bestellung und jeden Artikel genausten Bescheid weiss - es gibt selten eine Frage, für die Thesi nicht eine Antwort bereit hat - und falls ein solcher Fall vorliegt, zögert sie nicht, ihr riesiges Netzwerk anzuzapfen um an fundierte Antworten zu kommen. Egal also welches Anliegen Sie haben - mit Thesi sind Sie bei der richtigen Person.

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