Regenwaldterrarium Pflanzen stammen aus drei Wuchszonen: Boden, Rückwand und Aufsitzerplätze. Entscheidend für die Wahl ist eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von grob 70 bis 100 Prozent bei 24 bis 28 Grad, denn nur dafür sind Arten wie Fittonia, Efeutute oder Bromelien gebaut. Wer das beachtet, bekommt eine Grünfläche, die zuverlässig einwächst.
Bei uns im Zoo Roco Fachgeschäft in Lyss sehen wir häufig zwei Fehler: zu grossblättrige Pflanzen für zu kleine Becken, oder Arten, die deutlich mehr direktes Licht brauchen, als im Terrarium ankommt. Die Wuchszone entscheidet vorab, welche Pflanze überhaupt in Frage kommt und wie schnell sie eine Fläche schliesst.
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Bodenpflanzen wie Fittonia und Peperomia brauchen durchgehend feuchtes, aber gut drainiertes Substrat ohne Staunässe.
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Kletterpflanzen wie die Efeutute schliessen eine Rückwand oft innerhalb von drei bis sechs Monaten.
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Epiphyten wie Bromelien und Tillandsien wachsen ohne Erde auf Kork oder Ast und brauchen deutlich mehr Geduld.
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Einsteigerarten wie Phalaenopsis und Efeutute verzeihen Pflegefehler, anspruchsvollere Arten reagieren empfindlich auf Schwankungen.
Welche Bodenpflanzen eignen sich fürs Regenwaldterrarium?
Auf dem Terrarienboden funktionieren Pflanzen am besten, die durchgehend feuchtes Substrat vertragen, ohne an der Wurzel in stehender Nässe zu stehen. Zu den bewährtesten Bodenpflanzen fürs Regenwaldterrarium zählen Fittonia, Peperomia, kleine Farne und Moose.
Fittonia (Mosaikpflanze) für die feuchte Bodenzone
Die Mosaikpflanze gilt als Klassiker für den feuchten Terrarienboden. Sie braucht 70 bis 90 Prozent Luftfeuchtigkeit und 20 bis 26 Grad, verträgt im Substrat aber keine Staunässe. Ein lockeres, gut drainiertes Bodensubstrat ist bei dieser Art wichtiger als besonders viel Wasser.
Peperomia für pflegeleichte Einsteiger
Peperomia-Arten bleiben klein und brauchen wenig Pflegeaufwand, weshalb sie sich auch für Einsteiger ohne viel Zeit für Pflanzenpflege eignen. Von den über 1000 bekannten Peperomia-Arten passen die kompakten, niedrig wachsenden Sorten am besten in kleinere Bodenflächen zwischen Wurzeln und Steinen.
Farne: robuster Nestfarn, anspruchsvoller Frauenhaarfarn
Beim Farn zeigt sich der Unterschied zwischen robust und anspruchsvoll besonders deutlich. Der Nestfarn (Asplenium nidus) bleibt kompakt und verträgt gelegentlich auch eine etwas trockenere Phase. Der Frauenhaarfarn dagegen braucht einen dauerhaft feuchten Standort mit indirektem Licht und reagiert empfindlicher auf Schwankungen in der Pflege.
Moos als Feuchtigkeitspuffer und Wet-Box
Moos übernimmt im Regenwaldterrarium mehr als nur die Optik. Es reguliert die Luftfeuchtigkeit im Bodenbereich und wirkt sich damit positiv auf die Gesundheit der Terrarienbewohner aus. Ausserdem lässt es sich gezielt zu einer feuchten Wet-Box aufschichten, die etwa Schlangen bei der Häutung hilft.
Welche Kletterpflanzen begrünen die Rückwand am schnellsten?
Für die Rückwand eignen sich schnellwüchsige Kletterpflanzen am besten, weil sie eine grosse Fläche in wenigen Monaten schliessen. Efeutute, Ficus pumila und Philodendron zählen zu den bewährtesten Arten dafür.
Efeutute (Epipremnum aureum)
Die Efeutute wächst schneller als die meisten anderen Terrarienpflanzen und eignet sich deshalb besonders gut zur schnellen Begrünung grosser Flächen wie der Rückwand. Sie kommt bereits mit 50 bis 65 Prozent Luftfeuchtigkeit und 18 bis 24 Grad zurecht, das ist deutlich genügsamer als bei vielen Bodenpflanzen. Die Pflanze enthält geringe Mengen Calciumoxalat und gilt als leicht giftig, wird von Reptilien und Amphibien in der Praxis aber kaum gefressen und deshalb gut vertragen.
Ficus pumila (Kletterfeige)
Die Kletterfeige klettert selbstständig an Kork und Rückwand empor und eignet sich ebenfalls sehr gut zur Rückwandbegrünung. Sie braucht einen hellen Standort, aber keine direkte Bestrahlung durch Wärmelampen, und wird am besten mässig mit möglichst kalkarmem Wasser gegossen.
Philodendron für grossblättrige Akzente
Philodendron ergänzt die Rückwand mit grösseren, oft herzförmigen Blättern und wächst ähnlich pflegeleicht wie die Efeutute. Die Gattung bringt kletternde wie kompaktere Sorten mit, sodass Sie das Blattbild variieren können, ohne die Pflegeansprüche zu verschärfen.
Welche Aufsitzerpflanzen passen als Epiphyten ins Terrarium?
Aufsitzerpflanzen wachsen auf Kork, Ast oder Rinde, ganz ohne Erde am Wurzelballen, genau wie ihre Vorbilder im Regenwald. Bromelien, Tillandsien und kleine Orchideen zählen zu den wichtigsten Epiphyten fürs Terrarium.
Bromelien als Kinderstube für Pfeilgiftfrösche
Bromelien müssen als Epiphyten kultiviert werden und sammeln Wasser in ihrer Blattrosette. Diese Rosette dient Pfeilgiftfröschen als natürlicher Ablageplatz für ihre Kaulquappen. Das macht Bromelien für Dendrobaten-Terrarien praktisch unverzichtbar.
Tillandsien ohne Substrat
Tillandsien benötigen kein Substrat. Sie nehmen Feuchtigkeit über feine Saugschuppen an den Blättern auf und kommen deshalb mit gelegentlichem Besprühen aus, was sie zur pflegeleichtesten Epiphyten-Option für die etwas trockeneren Terrarienzonen macht.
Orchideen: Phalaenopsis für Einsteiger
Phalaenopsis-Orchideen gelten unter den Terrarienorchideen als einsteigertauglich. Sie verzeihen Pflegefehler und werden, wie Bromelien und Farne, mit Sphagnum-Moos epiphytisch auf Kork aufgebunden.
Gut zu wissen: Auch gängige, im Zimmerpflanzenhandel geführte Orchideen wie die Juwelorchidee (Ludisia discolor) fallen unter die CITES-Anhang-II-Auflistung der Orchidaceae. Für die Einfuhr in die Schweiz brauchen Sie deshalb grundsätzlich ein CITES-Zeugnis, ausser die Pflanze stammt nachweislich aus künstlicher Vermehrung, wie das BLV-Merkblatt zur CITES-Zeugnispflicht erläutert.
Worauf kommt es bei der Wahl der Regenwaldterrarium-Pflanzen an?
Bei der Wahl der Regenwaldterrarium-Pflanzen zählen vier Punkte: Luftfeuchtigkeit, Lichtbedarf, Erfahrungslevel und Wuchsgeschwindigkeit. Wer diese vier Punkte vorab klärt, kauft seltener eine Pflanze, die nach wenigen Wochen fault oder verkümmert.
Die passende Luftfeuchtigkeit liegt je nach Pflanzenart und Quelle zwischen grob 60 und 100 Prozent, weshalb sich eine Spanne als Richtwert besser eignet als ein fester Zielwert. Beim Licht gilt für praktisch alle Arten dasselbe Prinzip: hell, aber indirekt, ohne pralle Sonne und ohne direkten Kontakt zu Wärmelampen. Als Richtwert für das Terrarienklima insgesamt gelten Tagestemperaturen von 24 bis 28 Grad mit nur geringen nächtlichen Abweichungen, wie auch einrichtungsbeispiele.de zum Regenwaldterrarium beschreibt.
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Schnellwüchsig: Efeutute, Fittonia und Ficus pumila schliessen Flächen oft innerhalb weniger Monate.
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Langsamwüchsig: Bromelien, Orchideen und die meisten Farne benötigen deutlich mehr Geduld.
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Einsteigerfreundlich: Sansevieria, Phalaenopsis und Efeutute verzeihen Pflegefehler und Schwankungen.
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Anspruchsvoller: Frauenhaarfarn und viele Orchideen reagieren empfindlich auf falsche Feuchte oder falsches Licht.
Welche Pflanzen passen zu Pfeilgiftfröschen und Taggeckos?
Pfeilgiftfrösche und Taggeckos profitieren beide von einer möglichst dichten Bepflanzung, die bis in die Höhe reicht. Pfeilgiftfrösche benötigen zusätzlich 80 bis 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und einen Wasserteil, Taggeckos vor allem grossblättrige Kletterflächen.
Taggeckos der Gattung Phelsuma profitieren laut Geckio.de zur Taggecko-Haltung von dichter Bepflanzung mit grossblättrigen Arten wie Bromelien, Efeutute, Sansevieria, Ficus und Philodendron, dazu einem hohen Terrarium mit vertikaler Kletterfläche. Pfeilgiftfrösche wiederum brauchen eine sehr dichte, bis zur Decke reichende Bepflanzung mit echten Pflanzen. Ein Wasserteil gehört bei dieser Tierart ebenfalls zur Grundausstattung.
Nicht jede tropisch wirkende Zimmerpflanze passt allerdings ins Terrarium. Dieffenbachia und grosse Alocasien sehen zwar dschungelig aus, benötigen aber sehr viel Platz, neigen zu Wurzeldruck und sind teils leicht giftig. Für die meisten Regenwaldterrarien sind sie deshalb keine gute Wahl.
Vorsicht bei Fleischfressern: Karnivore Pflanzen wie Nepenthes oder Utricularia wirken exotisch, ihre Fallen können für sehr kleine Frösche aber zur Gefahr werden. Für Dendrobaten-Terrarien mit kleinen Pfeilgiftfröschen sind sie deshalb keine gute Wahl.
Zur passenden Bepflanzung gehört am Ende auch die richtige Fütterung der Bewohner. Was Insektenjäger und andere Terrarientiere benötigen, lesen Sie in unserem Ratgeber Reptilienfutter kaufen.
Wie bepflanzen Sie Boden, Rückwand und Aufsitzerstellen richtig?
Beim Einsetzen zählt die Reihenfolge: zuerst der Boden, dann die Rückwand, zuletzt die Aufsitzerstellen. So wächst jede Zone in ihrem eigenen Tempo ein, ohne sich gegenseitig zu verdrängen.
Am Boden setzen Sie Fittonia, Peperomia, Farne und Moos in feuchtes, drainiertes Substrat, mit etwas Abstand zueinander für spätere Wuchsfreiheit. An der Rückwand verankern Sie Efeutute, Ficus pumila und Philodendron direkt in Pflanztaschen oder Substratnischen, von wo aus sie selbstständig nach oben klettern. Wie Sie Technik, Beregnung und Klima vorab so einstellen, dass die Rückwand zuverlässig einwächst, zeigt unser Ratgeber Regenwaldterrarium einrichten.
Aufsitzerstellen richtig aufbinden
Epiphyten wie Bromelien, Orchideen und Farne binden Sie mit Sphagnum-Moos und einem elastischen Bindematerial auf Kork oder Ast auf. Wichtig ist, dass Luft an Wurzeln und Blattachseln herankommt, sonst faulen die Ansatzstellen.
In-vitro gezogene Pflanzen entstehen unter sterilen Laborbedingungen auf Nährgel und sind dadurch garantiert frei von Schädlingen, Parasiten, Pilzen und Pestizidrückständen. Dieses Prinzip ist vor allem aus der Aquaristik gut belegt, lässt sich aber sinngemäss auf Terrarienpflanzen übertragen: Sie setzen die Pflanze ohne langes Wässern direkt ein, statt sie erst tagelang auf Schädlinge zu kontrollieren. Bei Zoo Roco führen wir deshalb auch keimfrei gezogene echte Terrarienpflanzen für den direkten Einsatz.
Faustregel für die erste Zeit: Rechnen Sie mit 3 bis 6 Monaten, bis eine frisch bepflanzte Rückwand dicht und naturnah eingewachsen ist, schnellwachsende Arten wie Fittonia oder Efeutute schliessen die Fläche spürbar früher. Lassen Sie das gesamte Terrarium ausserdem 6 bis 10 Wochen einlaufen, bevor die ersten Tiere einziehen, damit sich Mikroklima und Pflanzen erst stabilisieren.
Schnelle Rückwand, geduldige Aufsitzer: die richtige Balance
Ein stimmiges Regenwaldterrarium wächst meist in zwei Geschwindigkeiten gleichzeitig, selten auf einen Schlag. Während Efeutute und Fittonia die Fläche schon nach wenigen Monaten grün wirken lassen, brauchen Bromelien, Orchideen und Farne mehrere Saisons, um ihre volle Form zu entwickeln.
Wer beide Tempi von Anfang an einplant, vermeidet den häufigsten Fehler: zu früh Tiere einziehen zu lassen, bevor sich Mikroklima und Wurzeln überhaupt gefestigt haben. Setzen Sie deshalb zuerst die schnellen Arten für die optische Fülle, dann die langsamen Epiphyten für die dauerhafte Struktur.
Wenn Sie sich vor der Bepflanzung noch unsicher sind, welche Kombination zu Ihrem Terrarium und dessen künftigen Bewohnern passt, beraten wir Sie gern direkt vor Ort. In unserem Terraristik-Fachgeschäft im Berner Seeland finden Sie Pflanzen, Technik und persönliche Beratung, mehr dazu im Ratgeber Terraristikladen in der Nähe.
Häufige Fragen zu Regenwaldterrarium-Pflanzen
Können Sie normale Zimmerpflanzen ins Regenwaldterrarium setzen?
Nein, die meisten klassischen Zimmerpflanzen passen nicht ohne Weiteres hinein. Grossblättrige Arten wie Dieffenbachia oder grosse Alocasien benötigen zu viel Platz, neigen zu Wurzeldruck und sind teils leicht giftig. Wählen Sie stattdessen Arten, die gezielt für tropische Feuchte geeignet sind, etwa Fittonia oder Efeutute.
Wie lange dauert es, bis eine bepflanzte Rückwand dicht eingewachsen ist?
3 bis 6 Monate dauert es in der Regel, bis eine bepflanzte Rückwand dicht und naturnah eingewachsen ist. Schnellwüchsige Arten wie Efeutute oder Fittonia schliessen die Fläche spürbar schneller als langsamer wachsende Epiphyten wie Bromelien oder Orchideen.
Ist die Efeutute giftig für Terrarientiere?
Ja, die Efeutute enthält geringe Mengen Calciumoxalat und gilt als leicht giftig. In der Praxis wird sie von Reptilien und Amphibien aber kaum gefressen und deshalb gut vertragen, ein Restrisiko bleibt bei sehr verspielten oder jungen Tieren dennoch.
Brauchen Bromelien und Tillandsien Erde?
Nein, beide werden als Epiphyten ohne Substrat kultiviert. Bromelien sammeln Wasser in ihrer Blattrosette, Tillandsien nehmen Feuchtigkeit über Saugschuppen an den Blättern auf und kommen mit gelegentlichem Besprühen aus.
Brauchen Sie für Orchideen wie Ludisia discolor ein CITES-Zeugnis?
Ja, in der Regel schon. Auch gängige Handelsorchideen wie die Juwelorchidee fallen unter die CITES-Anhang-II-Regelung, weshalb bei der Einfuhr in die Schweiz meist ein CITES-Zeugnis nötig ist, ausser die Pflanze stammt nachweislich aus künstlicher Vermehrung.