Der Vogel, der Eisbär, die Schnecke und die Fledermaus haben etwas gemeinsam: Ihnen zu Ehren gibt es besondere Aktions- und Gedenktage. Manche davon wurden von internationalen Organisationen ins Leben gerufen, um auf bedrohte Tierarten oder den Tierschutz aufmerksam zu machen. Andere stammen aus den USA und sind eher humorvoll oder kurios gemeint.
Wir stellen einige der interessantesten tierischen Feiertage im Jahresverlauf vor.
Januar
5. Januar: Nationaler Tag des Vogels
Der amerikanische National Bird Day wurde Anfang der 2000er-Jahre von Tierschutzorganisationen ins Leben gerufen. Er soll insbesondere auf die Haltung und den Handel mit gefangenen Wildvögeln wie Papageien, Kakadus und Sittichen aufmerksam machen.
Darüber hinaus erinnert der Tag daran, wie wichtig der Schutz natürlicher Lebensräume ist. Vögel übernehmen bedeutende Aufgaben im Ökosystem: Sie verbreiten Samen, bestäuben Pflanzen und regulieren Insektenbestände.
Februar
6. Februar: Tag der lahmen Ente
Der Lame Duck Day ist trotz seines Namens kein eigentlicher Tiertag. Im amerikanischen Sprachgebrauch bezeichnet der Ausdruck „lame duck“, auf Deutsch „lahme Ente“, eine Person, die ihr Amt zwar noch bekleidet, aber bereits deutlich an Einfluss verloren hat.
Besonders häufig wird der Begriff für Politikerinnen und Politiker verwendet, deren Amtszeit bald endet und die nicht erneut gewählt wurden oder nicht mehr zur Wahl antreten können. Auch im Sport spricht man gelegentlich von einer „lame duck“, wenn beispielsweise feststeht, dass ein Trainer den Verein verlassen wird, er aber weiterhin im Amt ist.
18. Februar: Tag der fliegenden Milchkuh
Am Elm Farm Ollie Day wird an eine aussergewöhnliche Kuh erinnert. Elm Farm Ollie, auch „Nellie Jay“ genannt, soll am 18. Februar 1930 als erste Kuh in einem Flugzeug mitgeflogen und während des Fluges gemolken worden sein.
Die Reise führte in einem Ford-Trimotor-Flugzeug von Bismarck im US-Bundesstaat Missouri nach St. Louis. Die Milch wurde während des Fluges in Papiertüten abgefüllt und später an Zuschauer verteilt. Die Aktion war Teil einer internationalen Luftfahrtausstellung und sollte zeigen, dass Tiere grundsätzlich auch per Flugzeug transportiert werden können.
27. Februar: Internationaler Tag des Eisbären
Der Internationale Tag des Eisbären wurde von der Organisation Polar Bears International ins Leben gerufen. Er macht auf die Bedrohung der Eisbären und ihres Lebensraums aufmerksam. Das Datum fällt in eine Zeit, in der sich viele Eisbärenmütter mit ihren Jungen noch in ihren Schneehöhlen befinden. (polarbearsinternational.org)
Eisbären sind stark vom arktischen Meereis abhängig. Dort jagen sie vor allem Robben. Durch die Klimaerwärmung schmilzt das Eis früher im Jahr und bildet sich später wieder. Dadurch müssen die Tiere längere Strecken schwimmen und finden schwerer ausreichend Nahrung.
März
14. März: Lerne-mehr-über-Schmetterlinge-Tag
Der Learn About Butterflies Day lädt dazu ein, mehr über Schmetterlinge und ihren Lebensraum zu erfahren. Weltweit sind rund 180’000 Arten von Schmetterlingen bekannt. Sie leben auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis.
Schmetterlinge gehören zu den wechselwarmen Tieren. Ihre Körpertemperatur hängt von der Umgebung ab. Tagfalter wie der Zitronenfalter wärmen sich häufig in der Sonne auf. Viele Nachtfalter erzeugen dagegen durch schnelles Zittern ihrer Flugmuskulatur Wärme, bevor sie losfliegen.
Schmetterlinge sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch wichtige Bestäuber. Gleichzeitig reagieren viele Arten empfindlich auf Umweltveränderungen. Ein vielfältiger Garten mit einheimischen Blütenpflanzen bietet ihnen Nahrung und Schutz.
28. März: Respektiere-deine-Katze-Tag
Am Respect Your Cat Day sollen Katzenhalterinnen und Katzenhalter den Bedürfnissen ihrer Tiere besondere Aufmerksamkeit schenken. Dazu gehören geeignete Rückzugsorte, Beschäftigung, eine artgerechte Ernährung und regelmässige Gesundheitskontrollen.
Über den genauen Ursprung des Aktionstages gibt es keine verlässlichen Informationen. Im Internet wird häufig behauptet, der englische König Richard II. habe am 28. März 1384 den Verzehr von Katzen verboten. Für diese Geschichte gibt es jedoch keine überzeugenden historischen Belege.
April
10. April: Tag der Nutztiere
Der amerikanische National Farm Animals Day wurde 2005 von der Tierschutzaktivistin Colleen Paige initiiert. Im Mittelpunkt stehen die Lebensbedingungen von Tieren, die zur Produktion von Fleisch, Milch, Eiern, Wolle oder anderen Erzeugnissen gehalten werden.
Der Tag soll dazu anregen, sich mit Tierhaltung, Transportwegen, Herkunftsangaben und dem eigenen Konsum auseinanderzusetzen.
28. April: Rettet-die-Frösche-Tag
Der internationale Save The Frogs Day wurde erstmals 2009 veranstaltet. Ursprünglich fand er am letzten Samstag im April statt. Mittlerweile wird er jedes Jahr am 28. April begangen. Nach Angaben der Organisation Save The Frogs handelt es sich um einen weltweiten Aktionstag für den Schutz von Fröschen und anderen Amphibien. (SAVE THE FROGS!)
Amphibien sind unter anderem durch den Verlust ihrer Lebensräume, Umweltgifte, eingeschleppte Tierarten, den Strassenverkehr, Krankheiten und den Klimawandel bedroht. Da sie sowohl im Wasser als auch an Land leben, reagieren sie besonders empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt.
Mai
2. Mai: Welt-Thunfisch-Tag
Die Vereinten Nationen begehen am 2. Mai den Welt-Thunfisch-Tag. Die UN-Generalversammlung beschloss den Aktionstag 2016; erstmals offiziell gefeiert wurde er 2017. Er soll auf die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der Thunfische sowie auf die Notwendigkeit einer nachhaltigen Fischerei aufmerksam machen. (Vereinte Nationen)
Thunfische sind schnelle und ausdauernde Raubfische. Einige Arten legen auf ihren Wanderungen Tausende Kilometer zurück. Viele Bestände wurden über Jahrzehnte stark befischt, weshalb Fangquoten, Kontrollen und der Schutz der Meeresökosysteme besonders wichtig sind.
18. Mai: Dinosaurier-Tag
Der Dinosaur Day ist ein inoffizieller Aktionstag, der je nach Kalender am 18. Mai oder am 1. Juni aufgeführt wird. Einen weltweit einheitlich anerkannten Dinosaurier-Tag gibt es nicht.
Nicht jedes prähistorische Reptil war übrigens ein Dinosaurier. Flugsaurier und Meeressaurier gehörten zu anderen Tiergruppen. Dinosaurier lebten überwiegend an Land.
Zu den bekanntesten Dinosauriern gehört der Tyrannosaurus rex. Er besass kräftige Kiefer und grosse, teilweise mehr als 15 Zentimeter lange Zähne. Seine Arme waren dagegen auffallend kurz.
Juni
4. Juni: Umarme-deine-Katze-Tag
Der Hug Your Cat Day ist ein kurioser Feiertag aus den USA. Es geht um nichts anderes, als der eigenen Katze besondere Aufmerksamkeit und Zuneigung zu schenken.
Allerdings möchte nicht jede Katze umarmt werden. Wer sein Tier wirklich respektiert, sollte auf seine Körpersprache achten. Weggedrehte Ohren, ein zuckender Schwanz oder der Versuch, sich zu entfernen, zeigen deutlich, dass die Katze ihre Ruhe haben möchte.
Freitag nach dem amerikanischen Vatertag: Nimm-deinen-Hund-mit-zur-Arbeit-Tag
Der Take Your Dog To Work Day wurde 1999 von der amerikanischen Organisation Pet Sitters International eingeführt. Er findet jeweils am Freitag nach dem amerikanischen Vatertag statt und fällt deshalb nicht jedes Jahr auf dasselbe Datum.
Der Aktionstag soll zeigen, wie bereichernd Hunde als Begleiter sein können, und gleichzeitig die Adoption von Tieren aus Tierheimen fördern. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass Hunde am Arbeitsplatz erlaubt sind und sich sowohl das Tier als auch die Mitarbeitenden damit wohlfühlen.
Juli
Zweiter Dienstag im Juli: Ehrentag der Kuh
Der amerikanische Cow Appreciation Day wurde von der Fast-Food-Kette Chick-fil-A als Marketingaktion eingeführt. Er findet üblicherweise am zweiten Dienstag im Juli statt und ist deshalb kein fester Feiertag am 13. Juli.
Kühe spielen in verschiedenen Kulturen eine bedeutende Rolle. Im Hinduismus gelten sie als besonders schützenswert und werden häufig mit Fürsorge, Leben und Fruchtbarkeit verbunden. Die rechtlichen Regelungen und der Umgang mit Rindern unterscheiden sich innerhalb Indiens allerdings je nach Region.
16. Juli: Welttag der Schlange
Der World Snake Day soll Vorurteile gegenüber Schlangen abbauen und über ihre wichtige Rolle in der Natur informieren. Schlangen regulieren unter anderem die Bestände von Nagetieren und anderen Kleintieren.
Von den weltweit mehreren Tausend bekannten Schlangenarten ist nur ein vergleichsweise kleiner Teil für Menschen gefährlich. Zu den giftigsten Arten gehört der Inlandtaipan, der in Australien lebt. Aussagen darüber, wie viele Menschen sein Gift theoretisch töten könnte, sind jedoch nur grobe Hochrechnungen. Entscheidend ist, dass Begegnungen mit dieser sehr zurückgezogen lebenden Schlange äusserst selten sind.
August
22. August: Tag der Fische
Der Tag der Fische soll auf den Schutz der Fische und ihrer Lebensräume aufmerksam machen. Verschmutzte Gewässer, verbaute Flüsse, steigende Wassertemperaturen, Überfischung und eingeschleppte Arten können Fischbestände stark belasten.
Fische sind Wirbeltiere, die überwiegend im Wasser leben und normalerweise über Kiemen atmen. Sie bilden keine einzelne, einheitliche Tiergruppe, sondern umfassen zahlreiche Entwicklungslinien mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften.
September
22. September: Welt-Nashorn-Tag
Der Welt-Nashorn-Tag wird jedes Jahr am 22. September begangen. Seit 2011 nutzen Tierschutzorganisationen den Tag, um auf alle fünf heute lebenden Nashornarten und die Gefahren aufmerksam zu machen, denen sie ausgesetzt sind. (WORLD RHINO DAY)
Besonders Wilderei und der Verlust geeigneter Lebensräume bedrohen die Tiere. Nashorn besteht übrigens nicht aus Elfenbein, sondern hauptsächlich aus Keratin – demselben Material, aus dem auch menschliche Haare und Fingernägel bestehen.
Letzter Freitag im September: Rettet-die-Koalas-Tag
Der Save the Koala Day findet am letzten Freitag im September statt. Er ist Teil des von der Australian Koala Foundation organisierten „Save the Koala Month“. Das genaue Datum ändert sich daher von Jahr zu Jahr. (Australian Koala Foundation)
Koalas sind durch den Verlust und die Zerschneidung ihrer Lebensräume, Buschbrände, Krankheiten, den Strassenverkehr und den Klimawandel gefährdet. Da sie auf bestimmte Eukalyptusarten als Nahrung angewiesen sind, können sie nicht ohne Weiteres in andere Lebensräume ausweichen.
Oktober
4. Oktober: Welttierschutztag
Der Welttierschutztag gehört zu den bekanntesten internationalen Aktionstagen für Tiere. Er wird jedes Jahr am 4. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, begangen.
Der Tag bringt weltweit Tierschutzorganisationen, Tierheime, Schulen und engagierte Privatpersonen zusammen. Ziel ist es, auf Tierleid, Vernachlässigung und ungerechte Behandlung aufmerksam zu machen und bessere Lebensbedingungen für Tiere zu fördern. (worldanimalday.org.uk)
10. Oktober: Welthundetag
Am 10. Oktober wird in vielen Ländern der Welthundetag begangen. Der Ursprung dieses inoffiziellen Aktionstages ist nicht eindeutig geklärt.
Hunde begleiten den Menschen seit Jahrtausenden. Heute leben sie als Familienhunde, Herdenschutzhunde, Rettungshunde, Assistenzhunde oder Diensthunde an unserer Seite. Der Tag erinnert zugleich daran, dass die Anschaffung eines Hundes eine langfristige Verantwortung bedeutet.
November
1. November: Internationaler Tag des Einhorns
Der Internationale Tag des Einhorns gehört zu den humorvollen Fantasie-Feiertagen. Einhörner sind zwar keine realen Tiere, haben aber in Sagen, Kunst und Literatur eine lange Geschichte.
In mittelalterlichen Darstellungen galt das Einhorn häufig als Symbol für Reinheit und Unschuld. Heute ist es vor allem in Kinderbüchern, Filmen und auf farbenfrohen Alltagsgegenständen zu finden.
7. November: Umarme-einen-Bären-Tag
Auch der Hug a Bear Day ist nicht wörtlich zu verstehen. Wilde Bären dürfen unter keinen Umständen umarmt oder angefasst werden. Sie sind kräftige Raubtiere und können für Menschen gefährlich werden.
Stattdessen kann man an diesem Tag einen Teddybären umarmen, sich über Bären informieren oder eine Organisation unterstützen, die sich für den Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume einsetzt.
Dezember
14. Dezember: Affentag
Der Monkey Day wurde im Jahr 2000 von den damaligen Kunststudenten Casey Sorrow und Eric Millikin ins Leben gerufen. Der ursprünglich humorvolle Feiertag wird inzwischen auch von Tier- und Artenschutzorganisationen genutzt, um auf die Bedrohung von Affen und anderen Primaten aufmerksam zu machen. (Wikipedia)
Viele Primatenarten leiden unter der Zerstörung ihrer Lebensräume, Wilderei und dem illegalen Tierhandel. Da Primaten in Wäldern Samen verbreiten, sind sie zugleich für den Erhalt zahlreicher Ökosysteme von grosser Bedeutung.
27. Dezember: Besuche-einen-Zoo-Tag
Der Visit the Zoo Day ist ein inoffizieller Aktionstag, der vor allem in den USA bekannt ist. Er lädt zu einem Zoobesuch in der ruhigeren Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ein.
Bei der Auswahl eines Zoos lohnt es sich, auf artgerechte Haltung, ausreichend grosse und abwechslungsreich gestaltete Anlagen, transparente Bildungsarbeit und die Beteiligung an seriösen Artenschutzprogrammen zu achten.
Ein besonderer Tag allein genügt nicht
Tierische Feiertage können unterhaltsam sein, Wissen vermitteln und auf wichtige Probleme aufmerksam machen. Echter Tier- und Artenschutz darf sich jedoch nicht auf einen einzelnen Tag beschränken.
Wir können das ganze Jahr über etwas beitragen: indem wir Tiere respektvoll behandeln, verantwortungsbewusst konsumieren, Lebensräume schützen, weniger Abfall produzieren und seriöse Tier- und Naturschutzprojekte unterstützen. Denn ganz gleich, ob es sich um einen Eisbären, einen Schmetterling, einen Hund oder einen Frosch handelt – jedes Tier ist ein wichtiger Teil unserer gemeinsamen Erde.