Wie oft werden Hündinnen läufig? Zyklus einfach erklärt

Wie oft werden Hündinnen läufig? Zyklus einfach erklärt

Die meisten unkastrierten Hündinnen werden ein- bis zweimal pro Jahr läufig. Im Durchschnitt liegen zwischen zwei Läufigkeiten 6 bis 7 Monate, wobei die Spanne je nach Hund zwischen 4 und 13 Monaten reicht. Wie oft der Zyklus bei Ihrer Hündin tatsächlich startet, hängt stark von Rasse, Grösse und dem einzelnen Tier ab.

Als Zoofachgeschäft hören wir bei Zoo Roco häufig dieselbe Unsicherheit: Viele Halterinnen und Halter merken erst bei der ersten Blutung, dass ihre Hündin überhaupt läufig ist. Wer die groben Zeiträume kennt, kann sich rechtzeitig auf Hygieneartikel, Spaziergänge an der Leine und mehr Aufmerksamkeit gegenüber Rüden einstellen.

Für den Alltag mit einer läufigen Hündin zählen vor allem vier Punkte:

  • Kleine Rassen werden oft schon alle 5 bis 6 Monate läufig, grosse Rassen manchmal nur einmal im Jahr.

  • Die erste Läufigkeit setzt meist zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat ein, bei grossen Rassen deutlich später.

  • Der Zyklus gliedert sich in vier Phasen, wobei die sichtbare Läufigkeit rund drei Wochen dauert.

  • Ein Tierarztbesuch lohnt sich, wenn eine Hündin über 18 Monate nie läufig war oder die Pause länger als ein Jahr dauert.

Wie oft wird eine Hündin im Schnitt läufig?

Zwischen zwei Läufigkeiten liegen bei den meisten Hündinnen 6 bis 7 Monate, was ein- bis zweimal Läufigkeit pro Jahr bedeutet. Der tierärztlich geprüfte Überblick zur Läufigkeit nennt eine Spanne von 4 bis 13 Monaten, mit 7 Monaten als Mittelwert. Auch tierärztliche Einschätzungen bestätigen ähnliche Werte zwischen 5 und 12 Monaten.

Diese Zahlen sind Durchschnittswerte über viele Hunde hinweg. Bei Ihrer eigenen Hündin zählt der eigene Rhythmus mehr als die allgemeine Tabelle. Notieren Sie das Datum jeder Läufigkeit, dann erkennen Sie schnell, ob der Abstand bei Ihrem Hund näher bei 5 oder näher bei 10 Monaten liegt.

Einmal etabliert, bleibt der Rhythmus bei einer gesunden Hündin meist über Jahre ähnlich. Grössere Abweichungen von diesem persönlichen Muster sind aussagekräftiger als jede Durchschnittsspanne.

Welche Rolle spielt die Rassegrösse für den Rhythmus?

Kleine Hunderassen werden meist häufiger läufig als grosse Rassen. Kleine Rassen liegen oft bei 5 bis 7 Monaten Abstand, grosse Rassen eher bei 8 bis 12 Monaten.

Chihuahua, Yorkshire Terrier oder Dackel gehören zu den Rassen, die teils dreimal im Jahr läufig werden. Deutsche Dogge oder Bernhardiner werden dagegen bei manchen Exemplaren nur einmal jährlich läufig. Eine Ausnahme bilden nordische und ursprüngliche Rassen wie Alaskan Malamute, Siberian Husky oder Basenji. Sie werden, ähnlich wie ihre wilden Vorfahren Wolf und Dingo, meist nur einmal im Jahr läufig. Das ist eine Besonderheit dieser Rassegruppe, kein allgemeiner Massstab für die Mehrheit der Hunde.

Rassegruppe

Beispiele

Typischer Abstand zwischen Läufigkeiten

Kleine Rassen

Chihuahua, Yorkshire Terrier, Dackel

5 bis 7 Monate, vereinzelt 3x pro Jahr

Grosse und sehr grosse Rassen

Deutsche Dogge, Bernhardiner

8 bis 12 Monate, teils nur 1x pro Jahr

Nordische und Urtyp-Rassen

Siberian Husky, Alaskan Malamute, Basenji

meist nur 1x pro Jahr, wie beim Wolf

Mehr zu Charakter und Grösse einzelner Rassen finden Sie in unserem Beitrag Welcher Hund passt zu mir, falls Sie noch überlegen, welche Rasse zu Ihrem Alltag passt.

Ab wann wird eine Hündin zum ersten Mal läufig?

Die erste Läufigkeit setzt bei den meisten Hündinnen zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat ein. Bei grossen Rassen kann es 12 bis 20 Monate dauern, bis die Geschlechtsreife erreicht ist.

Massgeblich ist dabei nicht das Alter allein, sondern das Körpergewicht. Sobald eine Hündin rund zwei Drittel ihres Endgewichts erreicht hat, beginnt die Pubertät, wie AniCura Schweiz beschreibt. Kleine Rassen erreichen dieses Gewicht meist schon nach 6 bis 8 Monaten, grosse Rassen erst nach 18 bis 20 Monaten.

Zieht bei Ihnen gerade ein junger Welpe ein, gibt unser Beitrag Ein Hund zieht ein weitere Tipps für den Start, bevor die erste Läufigkeit überhaupt zum Thema wird.

Welche vier Phasen durchläuft der Zyklus, und wie lange dauert die Läufigkeit?

Der Zyklus einer Hündin gliedert sich in vier Phasen: Proöstrus, Östrus, Metöstrus und Anöstrus, wie die veterinärmedizinische Lehrplattform embryology.ch beschreibt. Jede Phase hat eine eigene Dauer und eine eigene Aufgabe im Körper.

  1. Proöstrus, rund 9 Tage: Die Vulva schwillt an, blutiger Ausfluss beginnt, die Hündin ist aber noch nicht deckbereit und wehrt Rüden ab.

  2. Östrus, rund 9 Tage: Die Hündin zeigt Standhitze und ist deckbereit, der Eisprung findet meist am 2. bis 4. Tag dieser Phase statt.

  3. Metöstrus, 9 bis 12 Wochen: Der Gelbkörper produziert weiter Progesteron, der Körper bleibt hormonell aktiv, auch ohne äussere Anzeichen.

  4. Anöstrus, im Schnitt rund 125 Tage: Der Körper ruht sich hormonell aus, bevor der nächste Proöstrus beginnt.

Gut zu wissen: Eizellen bleiben nach dem Eisprung rund 4,5 Tage befruchtungsfähig, Spermien überleben im Genitaltrakt der Hündin 4 bis 9 Tage. Eine Deckung kurz vor oder nach der eigentlichen Standhitze kann deshalb trotzdem zu einer Trächtigkeit führen.

Rechnet man Proöstrus und Östrus zusammen, ergibt sich die sichtbare Läufigkeit. Sie dauert im Schnitt rund drei Wochen, mit einem Spielraum von etwa 10 Tagen bis 5 Wochen. Als Halterin oder Halter erkennen Sie den Beginn meist an der geschwollenen Vulva und an Blutstropfen auf dem Boden oder im Körbchen. Viele Hündinnen markieren in dieser Zeit häufiger als sonst, auch in der Wohnung, und manche werden anhänglicher oder unruhiger als gewohnt.

Wann ist der Zyklus unregelmässig, und wann sollten Sie zum Tierarzt?

Ein Tierarztbesuch wird sinnvoll, wenn eine Hündin mit über 18 bis 24 Monaten noch nie läufig war, oder wenn zwischen zwei Läufigkeiten mehr als 12 bis 18 Monate vergehen, so beschreibt es ein Tierarzt im Interview bei PETBOOK.

Fachbegriffe erklärt: Bleibt die erste Läufigkeit über das übliche Alter hinaus ganz aus, sprechen Tierärztinnen und Tierärzte von primärem Anöstrus. Verlängert sich eine Pause zwischen zwei Läufigkeiten deutlich, heisst das sekundärer Anöstrus.

Auch bei einem gesunden Zyklus schwankt der Abstand zwischen zwei Läufigkeiten normalerweise um mehr als einen Monat. Erst eine deutliche Abweichung vom gewohnten Rhythmus Ihrer Hündin gilt als Warnsignal, nicht jede kleine Verschiebung.

Bei jungen Hündinnen kommt gelegentlich ein sogenannter Split-Östrus vor, wie AniCura Schweiz beschreibt: Die Läufigkeit bricht nach wenigen Tagen ab und beginnt einige Wochen später erneut. Das betrifft vor allem die erste oder zweite Läufigkeit und pendelt sich meist von selbst ein. Vorsicht bleibt trotzdem wichtig, denn die Hündin kann auch während der scheinbaren Pause fruchtbar sein.

Bei der sogenannten stillen Läufigkeit fehlen äussere Anzeichen wie Blutungen fast vollständig, obwohl die Hündin fruchtbar ist. Diese Form kann bei manchen Hündinnen das ganze Leben lang auftreten und macht eine ungeplante Deckung wahrscheinlicher, wenn Sie sich allein auf äussere Zeichen verlassen.

Gut zu wissen: Nach einer Läufigkeit ohne Deckung steigt bei praktisch jeder Hündin vorübergehend der Prolaktinspiegel. Das kann zu einer Scheinträchtigkeit führen, kleine Rassen wie der Dackel sind davon besonders häufig betroffen.

Hündinnen kennen keine Wechseljahre. Der Zyklus begleitet sie grundsätzlich lebenslang, auch wenn sich die Abstände zwischen den Läufigkeiten ab etwa 7 bis 10 Jahren bei vielen Hündinnen deutlich verlängern.

Wie gehen Sie im Alltag mit der Läufigkeit um?

Im Alltag zählen während der Läufigkeit vor allem Hygiene in der Wohnung, ein sicherer Umgang bei Spaziergängen und Rücksicht auf andere Hundehalter.

  • Läufigkeitshöschen: Sie fangen Blutungen auf und schützen Böden und Möbel, ersetzen aber keine Verhütung vor einer Deckung.

  • Frühzeitige Gewöhnung: Legen Sie das Höschen schon vor der ersten Läufigkeit für kurze Zeit an, damit Ihre Hündin es kennt.

  • Leine statt Freilauf: Führen Sie Ihre Hündin während der ganzen Läufigkeit konsequent an der Leine.

  • Rücksicht bei Begegnungen: Informieren Sie andere Hundehalter und meiden Sie belebte Treffpunkte, denn Rüden nehmen den Duft einer läufigen Hündin über grosse Distanz wahr.

Bei Zoo Roco finden Sie sowohl Einweg- als auch waschbare Läufigkeitshöschen in unserem Sortiment. Unser Fachpersonal berät Sie gerne zur passenden Grösse und zum Wechselrhythmus, ob telefonisch, per Mail oder direkt im Ladenlokal in Lyss.

An der Fütterung selbst müssen Sie während der Läufigkeit in der Regel nichts ändern. Entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden Ihrer Hündin ist ohnehin eine bedarfsgerechte, alltägliche Ernährung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Hundeernährung – So fühlen sich Ihre Vierbeiner wohl.

Der eigene Rhythmus zählt mehr als der Durchschnitt

Rasse, Grösse und Alter geben eine grobe Orientierung, wie oft Ihre Hündin läufig wird. Die eigentlich verlässliche Grösse ist aber der persönliche Rhythmus Ihres Hundes, denn nur der zeigt zuverlässig, ob eine Pause normal oder ein Warnsignal ist.

Ein einfacher Kalendereintrag bei jeder Läufigkeit reicht meist schon aus. Notieren Sie Start- und Enddatum, dann erkennen Sie über die Zeit, ob der Abstand bei Ihrer Hündin stabil bleibt oder sich verändert.

Bei Fragen zu Hygieneartikeln, Läufigkeitshöschen oder auffälligen Veränderungen im Zyklus berät Sie unser Team bei Zoo Roco in Lyss persönlich weiter.

Kann eine Hündin öfter als zweimal im Jahr läufig werden?

Ja, das kommt vor allem bei kleinen Rassen vor. Chihuahua, Yorkshire Terrier oder Dackel werden bei einem kurzen Zyklus vereinzelt dreimal im Jahr läufig, während grosse Rassen selten öfter als einmal jährlich läufig werden.

Wie viele Tage ist eine Hündin während der Läufigkeit tatsächlich deckbereit?

Nur während des Östrus ist eine Hündin deckbereit, dieser dauert im Schnitt rund 9 Tage. Der Eisprung findet meist am 2. bis 4. Tag dieser Phase statt, danach bleiben die Eizellen noch einige Tage befruchtungsfähig.

Bleibt eine Hündin nach der Blutung noch fruchtbar?

Ja, die Blutung allein sagt wenig über die Fruchtbarkeit aus. Der Blutfluss lässt oft schon im Östrus nach, gerade dann ist die Hündin aber deckbereit, weil Spermien im Genitaltrakt mehrere Tage überleben können.

Wird eine sehr alte Hündin irgendwann nicht mehr läufig?

Nein, Hündinnen kennen keine Wechseljahre und bleiben grundsätzlich lebenslang zyklisch. Ab etwa 7 bis 10 Jahren verlängern sich die Abstände zwischen den Läufigkeiten bei vielen Hündinnen jedoch deutlich.

Ist ein Split-Östrus gefährlich für die Hündin?

Nein, ein Split-Östrus ist in der Regel harmlos. Die Läufigkeit bricht nach wenigen Tagen ab und beginnt später erneut, betroffen sind vor allem junge Hündinnen in der ersten oder zweiten Läufigkeit, und der Zyklus pendelt sich meist von selbst wieder ein.

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