Teich vor Reiher und Katze schützen: Die besten Methoden

Teich vor Reiher und Katze schützen: Die besten Methoden

Fischreiher vertreiben Sie in der Schweiz mit erlaubten Mitteln wie Netz, Reiherschreck und tiefen Rückzugszonen ab rund 80 cm, denn der Graureiher steht unter gesetzlichem Schutz und darf nicht bejagt werden. Wer den Teich zusätzlich vor Katzen, Mardern und Waschbären absichert, kommt meist mit einer Kombination aus mehreren Massnahmen ans Ziel.

Neben der Wirksamkeit einer Massnahme entscheidet auch deren Rechtslage und Tierschutzkonformität, ob sie sich für Ihren Garten eignet. Ein kleiner Naturteich braucht andere Lösungen als ein grosser Koiteich mit wertvollem Fischbestand.

Wie dringend Sie handeln müssen, hängt stark von der Tiefe Ihres Teichs und der Grösse Ihres Fischbestands ab:

  • Der Graureiher ist gesetzlich geschützt. In der Schweiz ist nur das Vertreiben erlaubt, ein Abschuss benötigt eine kantonale Ausnahmebewilligung.

  • Rückzugszonen ab rund 80 bis 100 cm Tiefe nehmen Reihern und Katzen einen grossen Teil ihrer Angriffsfläche.

  • Waschbären breiten sich vorwiegend in der Nordwestschweiz aus und dürfen dort ganzjährig bejagt werden.

  • Steinmarder geniessen während der Jungenaufzucht vom 16. Februar bis 31. August eine gesetzliche Schonzeit.

Warum werden Reiher, Katzen und Marder von Ihrem Teich angezogen?

Reiher, Katzen, Marder und Waschbären kommen an Ihren Teich, weil flache Ufer und gut sichtbare Fische leichte Beute versprechen. Ein Graureiher (Ardea cinerea) steht am liebsten reglos im seichten Wasser und erspäht die Fische von oben; ein Teich ohne tiefe Rückzugszone wirkt auf ihn wie ein offen gedeckter Tisch. Katzen jagen ähnlich visuell, meiden aber ungern nasses Fell und nähern sich deshalb vorwiegend über flache Randzonen oder überhängende Pflanzen.

Marder und Waschbären kommen dagegen eher in der Dämmerung oder Nacht und suchen den Teich als Ergänzung zu ihrem gewohnten Beuteschema. Beim Steinmarder machen Fallobst sowie Mäuse, Ratten, Eichhörnchen, Spatzen und Tauben rund 80 Prozent der Nahrung in Siedlungsgebieten aus, wie das kantonale Merkblatt des Kantons Aargau festhält; Fische am Gartenteich sind für ihn eher eine Zusatzmahlzeit als die Hauptnahrung. Waschbären gelten in der Schweiz dagegen als invasive Art auf dem Vormarsch, mit bisherigen Schwerpunkten in der Nordwestschweiz; als geschickte Kletterer greifen sie gezielt in Teiche mit ungeschützten Fischbeständen ein.

Fischreiher vertreiben: Was ist in der Schweiz gesetzlich erlaubt?

Fischreiher vertreiben dürfen Sie in der Schweiz jederzeit mit technischen und baulichen Mitteln, töten dürfen Sie den Graureiher dabei aber nicht. Er steht laut Schweizerischer Vogelwarte Sempach unter eidgenössischem Jagdrecht als geschützte Art. Ein Abschuss einzelner Tiere ist nur mit kantonaler Ausnahmebewilligung möglich, und zwar erst dann, wenn ein erheblicher Schaden nachgewiesen ist und andere Abwehrmassnahmen nachweislich nicht funktioniert haben.

Zur Einordnung: Für den Zeitraum 2010 bis 2014 schätzte man den Schweizer Graureiher-Brutbestand auf durchschnittlich 1300 bis 1400 Paare, bei rund 70 Abschüssen pro Jahr im selben Zeitraum. Eine aktuellere Bestandszahl der Vogelwarte liegt uns nicht vor, die Grössenordnung gibt aber einen Eindruck davon, wie selten eine Ausnahmebewilligung tatsächlich greift.

In der Praxis bewährt sich vorwiegend ein Reiherschreck mit Bewegungsmelder, der bei Annäherung einen kurzen, kräftigen Wasserstrahl auslöst. Der Schreck wirkt gut, weil Reiher sehr wachsam sind und einen plötzlichen Impuls sofort mit Gefahr verbinden. Die Methode stösst aber an Grenzen: Wind, Laub oder Katzen lösen den Sensor ebenfalls aus, wodurch sich manche Vögel nach einigen Fehlalarmen an das Gerät gewöhnen. Deshalb lohnt es sich, den Standort alle paar Wochen zu verschieben und den Reiherschreck mit einer baulichen Massnahme zu kombinieren.

Gartenteich - Fischreiher

Welche baulichen Massnahmen halten den Reiher dauerhaft fern?

Bauliche Massnahmen wirken zuverlässiger als reine Schreckreize, weil sie dem Reiher dauerhaft die Angriffsfläche nehmen. Fünf Lösungen haben sich in der Praxis etabliert:

  • Teichnetz: Maschenweite von 10 bis 25 mm, straff gespannt, damit der Reiher nicht wie in einer Hängematte landen und durchgreifen kann.

  • Draht oder Angelsehne: im Abstand von rund 30 cm in eine Richtung, zusätzlich im rechten Winkel im Abstand von etwa 50 cm über dem Wasser gespannt.

  • Tiefe Rückzugszone: rund 80 bis 100 cm Tiefe oder ein steiles Ufer, damit die Fische ausser Reichweite abtauchen können.

  • Fischröhre: ein rund 2 Meter langes Kunststoffrohr am Teichgrund als Sichtschutz-Versteck für die Fische.

  • Dichte Bepflanzung: Rand- und Unterwasserpflanzen erschweren dem Reiher den Anflug und bieten den Fischen zusätzliche Deckung.

Ein straff gespanntes Netz ist meist die zuverlässigste Einzelmassnahme, weil es die Wasserfläche vollständig abdeckt. Allerdings müssen Sie es regelmässig von Laub befreien und für die Teichpflege wieder öffnen. Draht oder Angelsehne lassen den Teich optisch offener wirken, sind in der Installation aber aufwendiger und behindern das Kescherreinigen stärker als ein Netz. Eine tiefe Rückzugszone gehört eigentlich in die Planungsphase: Wie unser Ratgeber zu Goldfischen im Gartenteich zeigt, gilt dieselbe Tiefe von 80 bis 100 cm auch als Richtwert für eine sichere Überwinterung. Die Investition lohnt sich also doppelt. Fischröhre und Bepflanzung besitzen keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis, gelten in der Praxis vieler Teichbesitzer aber als bewährte Ergänzung zu Netz oder Tiefe.

Wie schützen Sie den Teich vor Katzen, Mardern und Waschbären?

Katzen halten Sie am wirksamsten mit einer breiten, seichten Sumpfzone oder einem steilen Ufer vom direkten Fischzugriff ab, weil die meisten Katzen wasserscheu sind und nasses Fell meiden. Ein Reiherschreck mit Bewegungsmelder wirkt in der Praxis übrigens auch gegen Katzen, da der plötzliche Wasserstrahl beide Tiere gleichermassen abschreckt. Wer den Jagdtrieb der eigenen Katze zusätzlich ins Haus verlagern will, findet in unserem Ratgeber Katzenspielzeug gegen Langeweile passende Ideen für Jagdersatz drinnen.

Beim Steinmarder (Martes foina) zählt vor allem die Vorbeugung, denn er unterliegt zwar dem Jagdrecht, geniesst aber vom 16. Februar bis 31. August eine gesetzliche Schonzeit für die Jungenaufzucht. Sichern Sie Kletterwege über Zäune, Bäume oder Dachrinnen, halten Sie Futter- und Kompoststellen abgedeckt und kombinieren Sie das mit den baulichen Reiherschutzmassnahmen, da diese auch dem Marder das Erreichen der Fische erschweren.

Der Waschbär (Procyon lotor) gilt in der Schweiz als invasive, nicht heimische Art. Die Kantone sind per eidgenössischer Jagdverordnung verpflichtet, seine Ausbreitung einzudämmen, weshalb er ganzjährig bejagt werden darf. 2023 wurden in der Schweiz 44 Waschbären erlegt, davon allein 35 im Kanton Baselland, ein starker Anstieg gegenüber nur 2 Abschüssen im Jahr 2020, wie SRF berichtet. Für Privatpersonen bedeutet eine Sichtung am eigenen Teich in erster Linie: bauliche Absicherung verstärken und die Beobachtung der zuständigen kantonalen Jagdverwaltung melden.

Kleiner Gartenteich oder Koiteich: Welche Methode passt zu Ihnen?

Die passende Methode richtet sich vorwiegend nach Teichgrösse, Fischwert und danach, wie viel bauliche Veränderung Sie noch vornehmen können. Bei einem kleinen, bereits fertigen Naturteich sind Netz oder Draht/Angelsehne meist die einzigen praktikablen Lösungen, ergänzt durch dichte Randbepflanzung. Bei einem mittelgrossen Teich mit wertvollerem Fischbesatz lohnt sich die Kombination aus Reiherschreck, Fischröhre und einer nachträglich vertieften Zone, weil sie sowohl die tagaktive Reiherjagd als auch dämmerungsaktive Besucher abdeckt.

Bei einem grossen Koiteich ist eine vollflächige Netzüberspannung oft unpraktisch und optisch unerwünscht. Hier zahlt sich eine von Anfang an eingeplante Tiefzone ab 80 bis 100 cm am meisten aus, kombiniert mit einem Reiherschreck an den flacheren Randbereichen und punktueller Bepflanzung an exponierten Stellen. So bleibt der Teich als Ganzes einsehbar, während die Fische im entscheidenden Moment ausser Reichweite sind.

Ein sicherer Teich lebt von der Kombination mehrerer Massnahmen

Kein einzelnes Mittel deckt Reiher, Katze, Marder und Waschbär gleichzeitig ab, aber genau darin liegt die eigentliche Erkenntnis: Die Tiefe schützt vor dem watenden Reiher, das Netz vor dem Landeanflug, und die Vorbeugung am Kletterweg hält Marder und Waschbär fern. Wer diese Ebenen von Anfang an mitdenkt, spart sich viele Fehlversuche und schont gleichzeitig die Fische.

Nicht jeder Gartenbesucher ist dabei automatisch ein Problem: Manche Wildtiere, etwa Igel, profitieren sogar von einem naturnah gestalteten Garten, wie unser Ratgeber zum Igel im Garten füttern zeigt. Beim Teich selbst gilt: Beginnen Sie mit der baulichen Basis aus Tiefe und Bepflanzung, ergänzen Sie je nach Druck durch Reiher oder Katzen mit Netz oder Reiherschreck, und ziehen Sie bei anhaltenden Waschbärsichtungen frühzeitig die kantonale Jagdverwaltung hinzu.

Häufige Fragen zum Schutz des Teichs vor Reiher, Katze und Marder

Wie schnell wirkt ein Reiherschreck mit Bewegungsmelder gegen Fischreiher?

Der Wasserstrahl schreckt den Reiher meist schon beim ersten Auslösen zuverlässig ab, da der plötzliche Impuls sofort als Gefahr wahrgenommen wird. Nach mehreren Fehlalarmen durch Wind oder Laub gewöhnen sich manche Tiere aber daran, weshalb ein regelmässiger Standortwechsel die Wirkung dauerhaft erhält.

Darf ich einen Fischreiher in der Schweiz selbst vertreiben oder vergrämen?

Ja, das eigenständige Vertreiben mit Netz, Reiherschreck, Draht oder Angelsehne ist in der Schweiz uneingeschränkt erlaubt. Ein Abschuss ist dagegen nur mit kantonaler Ausnahmebewilligung möglich und setzt einen nachgewiesenen erheblichen Schaden voraus.

Wie tief muss die Rückzugszone im Teich mindestens sein, damit sie schützt?

Als Richtwert gelten rund 80 bis 100 cm Tiefe, damit Reiher und andere Fischräuber nicht mehr stehend im Teich waten können. Dieser Wert stammt aus der Praxis mehrerer Teichbau-Ratgeber und ist kein amtlicher Normwert, hat sich aber breit bewährt.

Was tun Sie, wenn Sie einen Waschbären am Gartenteich entdecken?

Melden Sie die Sichtung der zuständigen kantonalen Jagd- oder Wildhutbehörde, da der Waschbär in der Schweiz als invasive Art gilt und die Bejagung Sache der Kantone ist. Verstärken Sie zusätzlich die bauliche Absicherung des Teichs und verzichten Sie auf eigene Fallen oder andere Eingriffe.

Ist ein Elektrozaun gegen Marder und Waschbären am Teich sinnvoll?

Nein, von elektrifizierten Netzen rät der Schweizer Tierschutz STS ausdrücklich ab, weil sie für Wildtiere ein hohes Verletzungs- und Verfangensrisiko bergen. Besser geeignet sind straff gespannte, gut sichtbare Litzen- oder Bandzäune ohne Stacheldraht.

Gartenteich - Laubschutznezt

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