Sicherer Umgang mit Hunden: So gelingt ein respektvolles Miteinander

Hunde gehören in der Schweiz ganz selbstverständlich zu unserem Alltag. Wir begegnen ihnen beim Spaziergang, im Quartier, im öffentlichen Verkehr, im Restaurant oder beim Ausflug in die Natur.

Dabei treffen sehr unterschiedliche Menschen und Hunde aufeinander. Manche Menschen lieben Hunde, andere sind zurückhaltend oder haben sogar Angst vor ihnen. Gleichzeitig kann auch ein Hund eine Begegnung als unangenehm oder bedrohlich empfinden.

Ein respektvolles Miteinander funktioniert deshalb am besten, wenn Hundehalterinnen und Hundehalter Verantwortung übernehmen – und auch Nichthundehalter einige grundlegende Verhaltensregeln kennen.

Genau darauf macht auch die Informationsplattform Codex Hund des Veterinäramtes des Kantons Zürich aufmerksam. Ziel ist es, Missverständnisse zu vermeiden und Begegnungen zwischen Mensch und Hund sicherer zu machen. (Codex-Hund)

Warum entstehen bei Hundebegegnungen Missverständnisse?

Hunde kommunizieren zu einem grossen Teil über ihre Körpersprache.

Blickrichtung, Körperhaltung, Ohren, Rute, Bewegungen und Abstand spielen dabei eine wichtige Rolle. Menschen interpretieren diese Signale jedoch nicht immer richtig.

Auch umgekehrt können Verhaltensweisen von Menschen für einen Hund ungewohnt oder bedrohlich wirken. Schnelles Heranlaufen, direktes Anstarren, Umarmen oder das Greifen über den Kopf sind typische Beispiele.

Besonders wichtig ist deshalb:

Nicht jeder Hund möchte Kontakt – und nicht jeder Mensch möchte von einem Hund begrüsst werden.

Abstand und gegenseitige Rücksichtnahme können viele problematische Situationen bereits verhindern.

Verantwortung der Hundehalterinnen und Hundehalter

Wer einen Hund hält, übernimmt Verantwortung – für das Tier und für seine Umgebung.

Nach den Informationen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV müssen Hundehaltende sicherstellen, dass ihr Hund weder Menschen noch andere Tiere gefährdet oder erschreckt. In schwierigen Situationen sollte der Hund rechtzeitig angeleint werden, wenn er nicht zuverlässig abrufbar ist. (BLV)

Eine verantwortungsvolle Hundehaltung bedeutet deshalb unter anderem:

  • den eigenen Hund beobachten und seine Körpersprache kennen
  • vorausschauend handeln
  • bei Begegnungen genügend Abstand halten
  • den Hund rechtzeitig zurückrufen oder anleinen
  • ungewolltes Anspringen fremder Personen verhindern
  • Rücksicht auf Menschen nehmen, die Angst vor Hunden haben
  • den Hund gut sozialisieren und erziehen

Ein gut geführter Hund gibt sowohl seinem Menschen als auch der Umgebung Sicherheit.

Nicht jeder Hund möchte gestreichelt werden

Ein freundlicher Hund wirkt auf viele Menschen einladend. Trotzdem sollte ein fremder Hund niemals ungefragt angefasst werden.

Fragen Sie zuerst die Halterin oder den Halter:

„Darf ich Ihren Hund streicheln?“

Wird der Kontakt erlaubt, sollte sich der Hund möglichst selbst annähern können.

Direktes Herunterbeugen über den Hund, Umarmen oder hektische Bewegungen können hingegen unangenehm sein.

Gerade bei fremden Hunden gilt:

Den Hund entscheiden lassen, wie viel Nähe er möchte.

Einen Hund nicht direkt anstarren

Menschen suchen beim Gespräch selbstverständlich Blickkontakt.

Bei Hunden kann längeres, direktes Anstarren jedoch anders verstanden werden. Je nach Situation kann es als Bedrohung oder Herausforderung empfunden werden.

Wer einem unbekannten Hund begegnet, sollte sich deshalb ruhig verhalten und ihn nicht fixieren.

Was tun, wenn ein fremder Hund auf mich zukommt?

Nicht jeder Mensch fühlt sich wohl, wenn ein Hund frei auf ihn zuläuft.

In einer solchen Situation hilft es meist, ruhig stehen zu bleiben oder sich langsam weiterzubewegen.

Vermeiden Sie:

  • hektisches Weglaufen
  • Schreien
  • wildes Gestikulieren
  • nach dem Hund zu treten
  • ihn direkt anzustarren

Besonders Weglaufen kann bei manchen Hunden einen Bewegungs- oder Jagdreiz auslösen.

Bleiben Sie ruhig und geben Sie der Hundehalterin oder dem Hundehalter Gelegenheit, den Hund zurückzurufen.

Begegnungen mit angeleinten Hunden

Ein Hund kann aus sehr unterschiedlichen Gründen an der Leine geführt werden.

Vielleicht besteht eine Leinenpflicht. Vielleicht ist der Hund krank, unsicher oder im Training. Möglicherweise verträgt er sich nicht mit anderen Hunden.

Deshalb sollte ein freilaufender Hund nicht ungefragt zu einem angeleinten Hund laufen dürfen.

Am besten wird der eigene Hund ebenfalls zurückgerufen und gegebenenfalls angeleint.

Eine kurze Nachfrage wie:

„Dürfen die Hunde Kontakt haben?“

kann viele Konflikte vermeiden.

Besonders wichtig: Kinder und Hunde

Kinder und Hunde können wunderbare Beziehungen entwickeln. Gleichzeitig gehören Begegnungen zwischen Kindern und Hunden zu den Situationen, bei denen besonders viel Aufmerksamkeit notwendig ist.

Kinder bewegen sich oft schnell, sind laut und verhalten sich aus Sicht eines Hundes manchmal unvorhersehbar.

Deshalb sollten Kinder lernen:

  • fremde Hunde nicht ungefragt anzufassen
  • einen Hund beim Fressen oder Schlafen nicht zu stören
  • nicht auf einen Hund zuzulaufen
  • einen Hund nicht festzuhalten oder zu umarmen
  • Spielzeug oder Futter nicht einfach wegzunehmen
  • Signale des Hundes zu respektieren

Kleine Kinder sollten mit einem Hund grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt bleiben.

Der Kanton Zürich weist in seinen Informationen ausdrücklich darauf hin, dass ein für Hunde schwer verständliches Verhalten von Kindern zu heiklen Situationen führen kann. Vorausschauendes Führen und Beaufsichtigen ist deshalb besonders wichtig.

Hundebegegnungen an engen Stellen

Auf schmalen Wegen, Treppen, in Hauseingängen oder im öffentlichen Verkehr haben Hunde häufig wenig Möglichkeit, auszuweichen.

Für manche Tiere kann das unangenehm sein.

Hier hilft ein einfacher Grundsatz:

Abstand schaffen, wo immer es möglich ist.

Hundehalter können ihren Hund auf die abgewandte Seite nehmen und zwischen Hund und entgegenkommender Person gehen.

Auch Nichthundehalter können helfen, indem sie nicht unmittelbar am Tier vorbeidrängen.

Sozialisation und Erziehung sind entscheidend

Ein sicheres Verhalten im Alltag entsteht nicht automatisch.

Welpen sollten früh und behutsam an unterschiedliche Menschen, Tiere, Geräusche, Umgebungen und Situationen gewöhnt werden.

Später helfen konsequente, faire Erziehung und Training dabei, dass der Hund auch in schwierigen Situationen ansprechbar bleibt.

Das Veterinäramt des Kantons Zürich bezeichnet gut sozialisierte und ausgebildete Hunde als wichtigen Bestandteil der Prävention von Vorfällen. (Kanton Zürich)

Vorschriften zur Hundehaltung in der Schweiz

Das BLV regelt die Vorschriften in der Schweiz. Jedoch kann jeder Kanton und auch jede Gemeinde eigene Vorschriften erlassen.
Hier finden Sie die geltenden Vorschriften per 01.09.02026

Informieren Sie sich immer bei Ihrem Wohnkanton oder Ihrer Gemeinde über die aktuell geltenden Vorschriften.

In unserem Blogbeitrag erfahren Sie mehr dazu.

Gute Ausbildung schützt Hund und Mensch

Hundetraining sollte nicht nur dazu dienen, dass ein Hund „Sitz“ oder „Platz“ beherrscht.

Viel wichtiger ist ein zuverlässiges Verhalten im Alltag.

Kann der Hund zurückgerufen werden? Bleibt er auch bei Ablenkung ansprechbar? Wie reagiert er auf Jogger, Fahrräder, Kinder oder andere Hunde?

Gutes Training schafft Orientierung und Sicherheit.

Im Kanton Zürich wurden die Qualitätsanforderungen an obligatorische Hundekurse zusätzlich erhöht. Hundeausbildende, die eine entsprechende Bewilligung neu beantragen, müssen theoretische und praktische Prüfungen absolvieren. Damit soll unter anderem ein tierschutzgerechter und gewaltfreier Umgang mit Hunden vermittelt werden.

Respekt funktioniert in beide Richtungen

Ein harmonisches Zusammenleben von Menschen und Hunden ist keine Aufgabe der Hundehalter allein.

Wer keinen Hund hält, muss Hunde nicht mögen. Ebenso wenig muss jeder Hund Kontakt zu fremden Menschen oder anderen Hunden haben.

Entscheidend sind gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme.

Wenn Hundehalter ihre Tiere verantwortungsvoll führen und andere Menschen die Grenzen eines Hundes respektieren, lassen sich viele unangenehme Situationen vermeiden.

Zoo Roco Tipp

Lernen Sie die Körpersprache Ihres Hundes kennen.

Ein Hund zeigt meist bereits früh, wenn ihm eine Situation unangenehm wird. Wegschauen, Ausweichen, angespannte Körperhaltung oder der Versuch, Abstand zu gewinnen, können wichtige Hinweise sein.

Wer diese Signale erkennt und frühzeitig reagiert, muss häufig gar nicht erst eingreifen, wenn die Situation bereits eskaliert ist.

Für ein entspanntes Zusammenleben gilt deshalb:

Beobachten – verstehen – Abstand respektieren – vorausschauend handeln.


Häufige Fragen zum sicheren Umgang mit Hunden

Soll ich einen fremden Hund einfach streicheln?
Nein. Fragen Sie immer zuerst die Hundehalterin oder den Hundehalter und lassen Sie den Hund möglichst selbst Kontakt aufnehmen.

Was mache ich, wenn ein fremder Hund auf mich zuläuft?
Bleiben Sie ruhig, laufen Sie nicht hektisch weg und vermeiden Sie schnelle Bewegungen oder direktes Anstarren.

Warum sollte mein freilaufender Hund nicht zu einem angeleinten Hund laufen?
Sie wissen nicht, weshalb der andere Hund angeleint ist. Er könnte krank, unsicher oder unverträglich sein. Rufen Sie Ihren Hund zurück und fragen Sie vor einem Kontakt nach.

Sind Hundekurse in der Schweiz obligatorisch?
Das ist kantonal unterschiedlich geregelt. Im Kanton Zürich gilt seit dem 1. Juni 2025 für neu übernommene Hunde grundsätzlich eine praktische Ausbildungspflicht; für bestimmte neue oder wiedereinsteigende Hundehalter kommt zusätzlich ein Theoriekurs hinzu. (Kanton Zürich)

Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Hund andere Menschen erschreckt?
Hundehaltende müssen ihren Hund so führen, dass Menschen und Tiere nicht gefährdet oder erschreckt werden. (BLV)

Autor: Therese Schumacher

Geschäftsführerin Zoo Roco / eidg. Dipl. Detailhandelskaufmann / Tierpflegerausweis / Erwachsenenbildnerin / Prüfungsexpertin im Zoofachhandel und Mastertrainerin / Autorin von Schulunterlagen/ Präsidentin Verband Zoologischer Fachgeschäfte der Schweiz / Hobby Fotografie-Reisen.ch Zoo Roco Team:/ Thesi IST der Zoo Roco in menschlicher Gestalt. Seit über 30 Jahren führt sie erfolgreich dieses Fachgeschäft und tut dies mit einer so grossen Leidenschaft, dass es seinesgleichen sucht. Thesi ist unser Superhirn, weil sie über jede Bestellung und jeden Artikel genausten Bescheid weiss - es gibt selten eine Frage, für die Thesi nicht eine Antwort bereit hat - und falls ein solcher Fall vorliegt, zögert sie nicht, ihr riesiges Netzwerk anzuzapfen um an fundierte Antworten zu kommen. Egal also welches Anliegen Sie haben - mit Thesi sind Sie bei der richtigen Person.

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