Zahnpflege beim Hund braucht nur ein paar Minuten pro Woche: Belag wegputzen, bevor er zu hartem Zahnstein wird. Das hilft, die Zähne gesund zu halten, und senkt das Risiko für Schmerzen und teure Behandlungen. Sitzt der Zahnstein schon fest, muss der Tierarzt ran.
Rund 80 Prozent der Hunde haben Zahnerkrankungen, die oft lange unbemerkt bleiben.
Zwei- bis dreimal pro Woche putzen reicht für einen spürbaren Effekt, täglich ist ideal, aber kein Muss.
Verwenden Sie nur Hundezahnpasta, denn menschliche Zahnpasta kann durch Xylit oder Fluorid für Hunde giftig sein.
Eine professionelle Zahnreinigung unter Narkose kostet in der Schweiz rund 700 bis 1’500 CHF.
Zahnpflege beim Hund: So gelingt das Zähneputzen Schritt für Schritt
Bürste oder Fingerling? Der Fingerling ist ein kleiner Gummiüberzug für Ihren Zeigefinger. Für den Anfang eignet er sich gut, weil Ihr Hund Ihre Hand schon kennt. Eine Hundezahnbürste mit weichen Borsten kommt später dazu. Sie reinigt gründlicher und erreicht die hinteren Backenzähne besser.
Suchen Sie sich einen ruhigen Moment, zum Beispiel nach dem Spaziergang, wenn Ihr Hund müde ist.
Geben Sie etwas Hundezahnpasta auf Ihren Finger und lassen Sie Ihren Hund daran schlecken.
Streichen Sie mit dem Finger sanft über Lefzen und Zähne. Hören Sie auf, bevor er genug hat.
Wechseln Sie zum Fingerling und später zur Bürste.
Putzen Sie die Aussenflächen in kleinen Kreisen, besonders Backen- und Eckzähne.
Loben Sie Ihren Hund und belohnen Sie ihn danach mit einem Leckerli.
Rechnen Sie für die Eingewöhnung mit mehreren Tagen oder sogar Wochen. Ehrlich gesagt ist das normal. Die wenigsten Hunde halten beim ersten Mal still. Wenn Sie jeden Schritt erst wiederholen, bis Ihr Hund entspannt bleibt, geht es danach oft erstaunlich schnell.
Wie oft sollten Sie putzen? Zwei- bis dreimal pro Woche bringt einen spürbaren Effekt. Täglich ist ideal, aber kein Muss. Die Einheiten dürfen kurz sein.
Bei Welpen fangen Sie am besten gleich nach dem Einzug an. Berühren Sie zuerst nur Schnauze und Lefzen, später darf der Welpe die Zahnpasta probieren. Während des Zahnwechsels bleiben Sie besonders sanft.
Hundezahnpasta: Welche ist sicher und warum menschliche tabu ist
Nehmen Sie nie Ihre eigene Zahnpasta. Ihr Hund spuckt sie nicht aus, sondern schluckt sie. Fluorid und Schaumbildner gehören nicht in seinen Magen. Dazu kommt der Süssstoff Xylit, der für Hunde gefährlich ist.
Xylit: Ein Zuckeraustauschstoff, auch Birkenzucker genannt. Er steckt in manchen Zahnpasten und Kaugummis. Schon kleine Mengen können für Hunde giftig sein.
Hat Ihr Hund doch einmal Menschenzahnpasta erwischt, rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis an. Nennen Sie das Produkt und die ungefähre Menge. Selbstgemischte Zahnpasta aus Küchenzutaten brauchen Sie nicht. Es gibt fertige Produkte, die für Hunde gedacht sind.
Darauf achten Sie beim Kauf:
Die Paste ist ausdrücklich für Hunde gemacht und enthält weder Xylit noch Fluorid.
Sie darf geschluckt werden, Ihr Hund muss also nichts ausspülen.
Der Geschmack passt zu Ihrem Hund, zum Beispiel Geflügel oder Rind.
Die Zutatenliste ist kurz und ohne Zuckerzusatz.
Zahnstein und Zahnfleischentzündung beim Hund erkennen
Heben Sie die Lefzen an und schauen Sie sich Zähne und Zahnfleisch an. Am besten klappt das bei gutem Licht und mit einem Leckerli in der anderen Hand. Diese Anzeichen sollten Sie ernst nehmen:
Gelblich-brauner Belag oder harte Kruste am Zahnfleischrand.
Mundgeruch, der deutlich über den üblichen Hundeatem hinausgeht.
Gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch, das bei Berührung leicht blutet.
Mehr Sabbern, einseitiges Kauen oder Futter, das aus dem Maul fällt.
Ein Hund, der den Kopf wegzieht, wenn Sie seine Schnauze anfassen.
Zahnstein ist mehr als ein Schönheitsfehler. Schon bei jungen Hunden haben rund 80 Prozent eine leichte Parodontitis. Solche Zahnerkrankungen beeinträchtigen oft den Allgemeinzustand des Tieres.
Parodontitis: Eine Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie beginnt am Zahnfleisch und kann bis zum Kieferknochen reichen, wenn sie unbehandelt bleibt.
Bleibt Zahnstein liegen, können Bakterien aus dem Maul auch Herz, Leber und Nieren belasten. Darum ist Zahnpflege mehr als frischer Atem.
Manche Hunde trifft es früher. Kleine Rassen und Hunde mit kurzer Schnauze haben oft engstehende Zähne, an denen mehr Belag hängen bleibt. Schauen Sie dort besonders genau hin. Grosse Hunde bleiben aber nicht verschont. Welche Eigenheiten Ihre Rasse mitbringt, können Sie in Hunderassen von A bis Z nachschlagen.
Professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt: Ablauf und Kosten in der Schweiz
Eine Zahnbürste nimmt weichen Belag weg, harten Zahnstein nicht mehr. Sitzt er fest, ist das Zahnfleisch dauerhaft gerötet oder wackelt ein Zahn, benötigt Ihr Hund eine professionelle Zahnreinigung. Rechnen Sie in der Schweiz mit einigen hundert Franken, bei Zahnentfernungen mit deutlich mehr.
Position | Richtwert in CHF | Was den Preis bestimmt |
|---|---|---|
Blutuntersuchung vor der Narkose | 170 | Komplettes Blutbild und Organwerte in einer Schweizer Tierklinik |
Narkose | 350 bis 600 | Dauer des Eingriffs und Grösse des Hundes |
Untersuchung mit Narkose, Reinigung und Zahnröntgen | 700 bis 800 | Preisliste einer Schweizer Tierzahnarzt-Praxis, ohne weitere Behandlung |
Dentalröntgen einzeln | 185 bis 250 | Umfang der Aufnahmen |
Zahn ziehen, klein | 550 bis 750 | Offene Extraktion |
Zahn ziehen, gross (Backen- oder Eckzahn) | 800 bis 1’100 | Offene Extraktion |
Wurzelbehandlung | 800 bis 2’000 | Je nach Zahn |
Gesamtkosten bei mehreren Extraktionen (kleine und mittlere Hunde) | 1’000 bis 1’500 | Bei fortgeschrittener Parodontitis |
Die Zahlen stammen aus Schweizer Praxis- und Klinikangaben. Es gibt keine einheitliche Schweizer Preisstatistik. Ihre Praxis kann also anders rechnen.
Gut zu wissen: Das Röntgen zeigt oft erst während der Behandlung, ob Zähne gezogen werden müssen. Der Endpreis steht deshalb selten vorab fest. Bitten Sie die Praxis um einen Kostenrahmen und fragen Sie, ab welchem Befund sie sich bei Ihnen meldet.
Warum Vollnarkose? Nur dann kann der Tierarzt auch unter dem Zahnfleischsaum gründlich reinigen, Zahnröntgen machen und die Wurzeln beurteilen. Ohne Narkose gelingt das nicht schmerzfrei.
Der Ablauf ist meist so: Vorab steht die Blutuntersuchung. Sie schätzt das Narkoserisiko ein und hilft bei der Wahl der Medikamente. Dann folgen Narkose und Röntgen, danach die Reinigung über und unter dem Zahnfleischsaum. Zeigt das Röntgen kranke Zähne, werden sie behandelt oder gezogen.
Ganz ohne Risiko ist keine Narkose. Darum gibt es die Blutuntersuchung vorab. Sagen Sie der Praxis, welche Vorerkrankungen und Medikamente Ihr Hund hat, besonders bei älteren Tieren. Dann kann das Team die Narkose darauf abstimmen. Konkrete Komplikationszahlen für die Schweiz liegen uns nicht vor. Fragen Sie Ihre Praxis, wie sie den Hund während des Eingriffs überwacht.
Kauartikel und Pflege im Alltag, wenn das Putzen nicht klappt
Total verständlich, wenn Ihr Hund den Kopf wegdreht und Sie schon aufgeben wollten. Gehen Sie dann einen Schritt zurück. Lassen Sie ihn erst nur die Zahnpasta schlecken, dann kommt der Finger ans Maul, die Bürste später. Brechen Sie ab, sobald er unruhig wird, und hören Sie mit etwas Positivem auf. Gleicher Ort und gleiche Uhrzeit helfen, weil Ihr Hund das Ritual erkennt.
Wehrt er sich bei jedem Versuch heftig oder knurrt er, sprechen Sie Ihre Tierarztpraxis an. Manchmal steckt ein schmerzhafter Zahn dahinter.
Zusätzlich können diese Helfer die Pflege unterstützen:
Kauartikel für Hunde wie Kauknochen oder getrocknete Kausnacks aus dem Zoo-Roco-Sortiment.
PlaqueOff® Pulver für Hunde und Katzen: Meeresalgen-Pulver zur Ergänzung der Mundhygiene, ab 35.00 CHF.
Kauspielzeug mit Noppen oder Rillen, das Ihren Hund beschäftigt.
Dental-Spezialfutter, das Sie am besten mit Ihrer Tierarztpraxis absprechen.
Achten Sie bei Kauartikeln auf die Härte. Was sich mit dem Fingernagel nicht eindrücken lässt, ist für Zähne oft zu hart. Bleiben Sie in der Nähe, wenn Ihr Hund kaut. All diese Helfer ergänzen die Pflege. Die Bürste ersetzen sie nicht, den Tierarzt bei hartem Zahnstein ebenso wenig.
Zahnpflege als tägliche Investition in die Gesundheit
Die Putzroutine und die Kenntnis der Kosten gehören zusammen: Wer zwei- bis dreimal pro Woche putzt und weiss, was eine Zahnbehandlung in der Schweiz kostet, hat ein echtes Sicherheitsnetz. So bleiben böse Überraschungen seltener.
Ihr nächster Schritt: Schauen Sie diese Woche in das Maul Ihres Hundes. Sehen Sie Belag, Mundgeruch oder gerötetes Zahnfleisch, vereinbaren Sie den Check-up bei Ihrer Tierarztpraxis, bevor aus einem kleinen Problem ein grosses wird. Und wenn Sie Fragen zu Bürste, Paste oder Kauartikeln haben: Das Team von Zoo Roco berät Sie gern, im Laden in Lyss oder bei Ihrer Online-Bestellung.
Häufige Fragen zur Zahnpflege beim Hund
Ist eine Zahnreinigung beim Hund ohne Narkose möglich?
Nein, nicht gleichwertig. Ohne Narkose lassen sich der Bereich unter dem Zahnfleischsaum und die Zahnwurzeln nicht sicher reinigen oder beurteilen. Methoden ohne Narkose entfernen höchstens sichtbaren Belag, fachlich sind sie umstritten.
Wo erfahre ich, ob meine Tierversicherung die Zahnreinigung bezahlt?
In den Vertragsbedingungen Ihrer Versicherung oder per Anruf bei der Gesellschaft. Fragen Sie vor dem Termin, ob Zahnbehandlungen gedeckt sind. Fragen Sie auch, ob Sie vorab einen Kostenvoranschlag der Praxis einreichen sollen.
Wie lange dauert die Genesung nach einer Zahnreinigung unter Narkose?
Meist wenige Tage. Nach einer reinen Reinigung ist der Hund oft schnell wieder fit, nach Extraktionen braucht das Zahnfleisch länger. Ihre Praxis sagt Ihnen, welches Futter erlaubt ist und wann die Kontrolle ansteht.
Wie lange darf mein Hund vor der Narkose nichts fressen?
Die genaue Zeit legt Ihre Praxis fest und teilt sie Ihnen bei der Terminabsprache mit. Halten Sie sich genau daran, damit die Narkose sicher verläuft.
Was ist bei einem älteren Hund vor der Zahnreinigung zu beachten?
Die Blutuntersuchung vorab und eine offene Auskunft über Vorerkrankungen und Medikamente. Damit schätzt die Praxis das Narkoserisiko ein und stimmt die Medikamente auf Ihren Hund ab. Ob die Reinigung für ihn passt, entscheidet das Team nach diesem Check.