{"id":8617,"date":"2026-09-15T16:00:27","date_gmt":"2026-09-15T14:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/?p=8617"},"modified":"2026-09-15T16:00:27","modified_gmt":"2026-09-15T14:00:27","slug":"aquarium-ohne-algen-welche-massnahme-gegen-welche-algenart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/aquarium-ohne-algen-welche-massnahme-gegen-welche-algenart\/","title":{"rendered":"Aquarium ohne Algen: Welche Massnahme gegen welche Algenart"},"content":{"rendered":"<p>Algen im Aquarium sind kein Pflegefehler, sondern ein Signal f\u00fcr ein Ungleichgewicht zwischen Licht, N\u00e4hrstoffen und CO2. <b>Wer zuerst die Algenart bestimmt, erkennt daraus fast immer die Ursache und weiss sofort, welche Massnahme wirklich greift.<\/b> Dieses Prinzip gilt f\u00fcr Kieselalgen ebenso wie f\u00fcr Blaualgen oder Bartalgen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Sie als Aquarianer bedeutet das: Ein Griff zum Algenmittel bringt oft nur kurzfristig klares Wasser, w\u00e4hrend die eigentliche Ursache im Becken bleibt. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: erst die Art bestimmen, dann gezielt an der Ursache ansetzen, etwa bei der Beleuchtungsdauer oder der CO2-Versorgung.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Algenarten sind f\u00fcr die meisten Probleme im S\u00fcsswasseraquarium verantwortlich, und jede davon reagiert auf eine andere Kombination aus Licht, N\u00e4hrstoffen und CO2:<\/p>\n<div data-rt-embed-type='true'>\n<ul>\n<li>Kieselalgen treten fast immer in den ersten Wochen eines neuen Beckens auf und verschwinden meist von selbst.<\/li>\n<li>Gr\u00fcn- und Fadenalgen wuchern vor allem, wenn zu viel Licht auf einen N\u00e4hrstoff\u00fcberschuss trifft.<\/li>\n<li>Bart- und Pinselalgen sitzen an stark durchstr\u00f6mten Stellen und deuten oft auf CO2-Mangel hin.<\/li>\n<li>Blaualgen und die Kahmhaut an der Oberfl\u00e4che entstehen durch ein N\u00e4hrstoff-Ungleichgewicht oder organische \u00dcberlastung.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h2>Welche Algenart w\u00e4chst in Ihrem Becken und was sagt sie aus?<\/h2>\n<p>F\u00fcnf Algenarten kommen im S\u00fcsswasseraquarium am h\u00e4ufigsten vor, und jede l\u00e4sst sich an Farbe, Struktur und Fundort ziemlich eindeutig unterscheiden. Die folgende \u00dcbersicht ordnet Signal und ersten Schritt direkt der jeweiligen Art zu, bevor die Ursachen im n\u00e4chsten Abschnitt im Detail folgen.<\/p>\n<div data-rt-embed-type='true' style=\"overflow-x: auto; width: 100%;\">\n<table>\n<tr>\n<th>Algenart<\/th>\n<th>Typisches Signal<\/th>\n<th>Erster Schritt<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kieselalgen (Braunalgen)<\/td>\n<td>Neu eingefahrenes Becken, hoher Silikatwert<\/td>\n<td>Silikatwert messen, Geduld bewahren<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gr\u00fcn-\/Fadenalgen<\/td>\n<td>Zu viel Licht, Nitrat- oder Phosphat\u00fcberschuss<\/td>\n<td>Beleuchtungsdauer k\u00fcrzen, Wasserwechsel<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bart-\/Pinselalgen<\/td>\n<td>Starke Str\u00f6mung, CO2-Mangel<\/td>\n<td>CO2-Versorgung erh\u00f6hen, Str\u00f6mung reduzieren<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Blaualgen (Cyanobakterien)<\/td>\n<td>N\u00e4hrstoff-Ungleichgewicht<\/td>\n<td>Dunkelkur mit Wasserwechsel<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kahmhaut<\/td>\n<td>\u00dcberf\u00fctterung, organische \u00dcberlastung<\/td>\n<td>Abziehen und F\u00fctterung reduzieren<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<h3>Kieselalgen (Braunalgen): typisch im neu eingefahrenen Becken<\/h3>\n<p>Kieselalgen, oft f\u00e4lschlich Braunalgen genannt, bilden einen br\u00e4unlichen, staubigen Belag auf Scheiben, Boden und Pflanzenbl\u00e4ttern. Sie tauchen fast immer in der Einfahrphase auf, weil sie Kiesels\u00e4ure f\u00fcr ihr Zellskelett brauchen und die Filterbakterien diesen Stoff anfangs noch nicht schnell genug abbauen. In den meisten F\u00e4llen verschwindet der Belag nach einigen Wochen von selbst, sobald sich die Filterflora eingespielt hat.<\/p>\n<blockquote>\n<p><b>Gut zu wissen:<\/b> Bleiben Kieselalgen hartn\u00e4ckig, lohnt sich ein Silikattest. Nach <a href=\"https:\/\/www.jbl.de\/de\/blog\/detail\/134?country=us\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Richtwerten des Testherstellers JBL<\/a> braucht ein Wert von 0 mg\/l keine Reaktion, ab 1,2 mg\/l Silikat empfiehlt der Hersteller einen Silikatentferner.<\/p>\n<\/blockquote>\n<h3>Gr\u00fcn- und Fadenalgen: wenn Licht und N\u00e4hrstoffe zusammenkommen<\/h3>\n<p>Gr\u00fcnalgen setzen sich als feiner gr\u00fcner Film auf Scheiben und Dekoration ab, Fadenalgen bilden dagegen lange, haarartige Str\u00e4nge, die sich um Pflanzen und Hardscape wickeln. Beide Formen wuchern, sobald zu viel Licht auf einen N\u00e4hrstoff\u00fcberschuss aus Nitrat und Phosphat trifft, oft zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkt durch CO2-Mangel. Bei guten Bedingungen kann sich ein Becken innerhalb weniger Tage sichtbar zusetzen.<\/p>\n<h3>Bart- und Pinselalgen: fast immer ein Zeichen f\u00fcr CO2-Mangel<\/h3>\n<p>Bartalgen bilden dunkle, borstige B\u00fcschel an Blattkanten und Hardscape, meist an Stellen, an denen starke Str\u00f6mung f\u00fcr viel Sauerstoff sorgt. Pinselalgen wachsen \u00e4hnlich, bilden aber k\u00fcrzere, pinselartige B\u00fcschel und bevorzugen hartes Wasser. Beide Arten breiten sich vor allem bei CO2-Mangel aus. Ein Eisenwert \u00fcber 0,1 mg\/l gilt bei Bartalgen zus\u00e4tzlich als Verd\u00e4chtiger, auch wenn dieser Zusammenhang bisher nur vereinzelt belegt ist.<\/p>\n<h3>Blaualgen (Cyanobakterien): der Sonderfall unter den Algen<\/h3>\n<p>Blaualgen sind biologisch Cyanobakterien und bilden einen schmierigen, oft bl\u00e4ulich-gr\u00fcnen Film, der sich in Fetzen abziehen l\u00e4sst. \u00dcber die genaue Ursache herrscht in der Aquaristik keine Einigkeit: Manche Aquarianer vermuten Nitratmangel, andere einen Nitrat\u00fcberschuss als Ausl\u00f6ser. Trotz dieser Uneinigkeit gilt eine Massnahme praktisch \u00fcbereinstimmend als wirksam, die Dunkelkur.<\/p>\n<blockquote>\n<p><b>Dunkelkur bei Blaualgen:<\/b> Das Becken 5 bis 7 Tage komplett abdunkeln, davor und danach jeweils einen grossen Wasserwechsel durchf\u00fchren. Cyanobakterien betreiben ohne Licht keine Photosynthese und sterben ab, w\u00e4hrend Fische und Pflanzen die kurze Dunkelphase in aller Regel gut \u00fcberstehen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<h3>Kahmhaut: der Biofilm an der Wasseroberfl\u00e4che<\/h3>\n<p>Kahmhaut zeigt sich als d\u00fcnner, oft leicht schillernder Film direkt an der Wasseroberfl\u00e4che und besteht aus Bakterien, Hefen und teils Algen. Meist steckt eine organische \u00dcberlastung dahinter, etwa durch \u00dcberf\u00fctterung oder zu seltene Wasserwechsel, manchmal einfach die Einfahrphase eines neuen Beckens. Bei starker Auspr\u00e4gung behindert die Schicht den Gasaustausch an der Oberfl\u00e4che und kann zu Sauerstoffmangel f\u00fchren. Als Sofortmassnahme l\u00e4sst sich die Haut mit einem Blatt K\u00fcchenpapier abziehen, die eigentliche Ursache muss trotzdem behoben werden.<\/p>\n<div style=\"background:#ffffff;border:1px solid #ececf3;border-radius:16px;box-shadow:0 6px 22px rgba(16,24,40,.08);padding:22px 24px;color:#16223b;font-family:inherit;box-sizing:border-box;margin:24px 0\">\n<div style=\"display:flex;gap:18px;align-items:center;flex-wrap:wrap\">\n<div style=\"flex:1;min-width:220px\">\n<h3 style=\"font-family:Georgia,'Times New Roman',serif;font-weight:400;line-height:1.1;font-size:24px;margin:0 0 6px;color:#16223b\">Aquaristik<\/h3>\n<div data-claire-slot data-claire-post=\"3a06e832-faaf-4ce2-bd0c-173b6b99fa5e\" data-claire-i=\"0\"><\/div>\n<p style=\"margin:0 0 14px;color:#5b6781;font-size:14px;line-height:1.5\">Schauen Sie sich unsere Produkte an<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/app.byclaire.co\/r\/b3ecc1a9-648e-4c9a-9efd-1b3e270cdce5?p=3a06e832-faaf-4ce2-bd0c-173b6b99fa5e\" style=\"display:inline-block;background:#6366f1;color:#ffffff;text-decoration:none;font-weight:600;font-size:14px;padding:10px 17px;border-radius:10px;box-shadow:0 5px 16px rgba(99,102,241,0.38)\">Jetzt ansehen &rarr;<\/a><\/div>\n<div style=\"flex:0 0 auto;display:flex;align-items:center;justify-content:center;border-radius:14px;color:#fff;background:linear-gradient(135deg,#6366f1,#5154c6);width:102px;height:102px\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/jkwxuxfniduhosziympn.supabase.co\/storage\/v1\/object\/public\/featured-images\/thereseschumacher_6313508\/banners\/3a26b5ee-e5b2-4f45-a90d-4085580b032a.jpg\" alt=\"\" style=\"width:100%;height:100%;object-fit:cover;border-radius:inherit;display:block\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>Was sind die echten Ursachen f\u00fcr Algen im Aquarium?<\/h2>\n<p>Fast jede Algenplage entsteht aus dem Zusammenspiel von zu viel Licht, zu vielen N\u00e4hrstoffen und zu wenig CO2, oft verst\u00e4rkt durch \u00fcppige F\u00fctterung oder zu wenige Pflanzen. Wer diese Faktoren einzeln durchgeht, findet in der Regel schnell den eigentlichen Ausl\u00f6ser.<\/p>\n<p>Zu lange oder zu intensive Beleuchtung ist der h\u00e4ufigste Treiber \u00fcberhaupt. Pflanzen nutzen Licht nur bis zu einem bestimmten S\u00e4ttigungspunkt, alles dar\u00fcber hinaus <b>kommt praktisch nur den Algen zugute<\/b>.<\/p>\n<p>Nitrat und Phosphat stammen meist aus Futterresten, Fischausscheidungen und abgestorbenen Pflanzenteilen. Steigen beide Werte deutlich an, w\u00e4chst das N\u00e4hrstoffangebot f\u00fcr Algen schneller, als Pflanzen es aufnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wird mehr gef\u00fcttert, als die Tiere in wenigen Minuten fressen, sinken Futterreste zu Boden und zersetzen sich dort zu genau den N\u00e4hrstoffen, die Algen brauchen. Zu wenige oder zu schwache Pflanzen versch\u00e4rfen das Problem zus\u00e4tzlich, weil sie den Algen weniger N\u00e4hrstoffe streitig machen und weniger Sauerstoff sowie Schatten liefern.<\/p>\n<p>Bleiben Teilwasserwechsel aus, reichern sich N\u00e4hrstoffe im Wasser immer weiter an. Fehlt umgekehrt CO2, wachsen Pflanzen langsamer und nehmen weniger N\u00e4hrstoffe auf, w\u00e4hrend viele Algenarten mit deutlich weniger CO2 auskommen und dadurch im Vorteil sind.<\/p>\n<h2>Mit welchen Stellhebeln bekommen Sie Algen in den Griff?<\/h2>\n<p>F\u00fcnf Stellhebel wirken gegen die meisten Algenprobleme zuverl\u00e4ssig, und in aller Regel reicht es, ein bis zwei davon konsequent anzupassen. Die Reihenfolge orientiert sich daran, was am schnellsten sp\u00fcrbare Wirkung zeigt.<\/p>\n<div data-rt-embed-type='true'>\n<ol>\n<li><b>Beleuchtungsdauer begrenzen:<\/b> Richtwert sind 8 bis 10 Stunden, bei akutem Befall vor\u00fcbergehend 6 bis 8 Stunden.<\/li>\n<li><b>Regelm\u00e4ssige Teilwasserwechsel:<\/b> W\u00f6chentlich 20 bis 30 Prozent Wasser wechseln verd\u00fcnnt N\u00e4hrstoffe, bevor sie sich aufschaukeln.<\/li>\n<li><b>Wasserwerte messen und anpassen:<\/b> Nitrat sollte 30 mg\/l nicht \u00fcbersteigen, Phosphat idealerweise unter 0,1 mg\/l bleiben.<\/li>\n<li><b>Schnellwachsende Pflanzen einsetzen:<\/b> Sie nehmen Nitrat und Phosphat auf und entziehen sie damit den Algen.<\/li>\n<li><b>CO2-Versorgung sicherstellen:<\/b> Ein aktiv ged\u00fcngter Wert von 20 bis 25 mg\/l gilt als Optimalbereich.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<blockquote>\n<p><b>Zwei Quellen, ein Wert:<\/b> Sowohl der Testhersteller JBL als auch <a href=\"https:\/\/www.petbook.de\/aquarium-terrarium\/aquarium-ohne-algen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Matthias Wiesensee, Vizepr\u00e4sident des Industrieverbands Heimtierbedarf<\/a>, nennen unabh\u00e4ngig voneinander denselben CO2-Zielbereich von 20 bis 25 mg\/l als wirksam gegen Algenwachstum.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wer unsicher ist, wie sich Nitrat, Phosphat und Co. zuverl\u00e4ssig bestimmen lassen: Im Ratgeber zu <a href=\"https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/wasserwerte-im-aquarium-messen-meine-empfehlungen-mit-den-jbl-wassertests\/\">Wasserwerten im Aquarium messen<\/a> haben wir die passenden Tests und die Auswertung der Ergebnisse zusammengestellt. Passende Wassertests, schnellwachsende Pflanzen und CO2-Ausstattung finden Sie zudem im <a href=\"https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/aquaristik-shop-schweiz-alles-fuers-aquarium-bei-zoo-roco\/\">Aquaristik-Sortiment von Zoo Roco<\/a>, dort beraten wir Sie auch, welche Kombination zu Ihrem Becken passt.<\/p>\n<h2>Welche Algenfresser helfen gegen welche Algenart?<\/h2>\n<p><i>Otocinclus<\/i>-Welse, Amanogarnelen und die Siamesische R\u00fcsselbarbe z\u00e4hlen zu den zuverl\u00e4ssigsten tierischen Helfern gegen Algen, allerdings frisst kein Tier alle Algenarten gleichermassen gern. Welches Tier zu welcher Alge passt, zeigt die folgende \u00dcbersicht.<\/p>\n<div data-rt-embed-type='true' style=\"overflow-x: auto; width: 100%;\">\n<table>\n<tr>\n<th>Tier<\/th>\n<th>Frisst zuverl\u00e4ssig<\/th>\n<th>Grenzen<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Otocinclus-Welse<\/td>\n<td>Kieselalgen, weiche Gr\u00fcnalgenbel\u00e4ge<\/td>\n<td>Faden-, Bart- und Pinselalgen bleiben unangetastet<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Amanogarnelen<\/td>\n<td>Frische Fadenalgen, weiche Bel\u00e4ge<\/td>\n<td>Meiden Bart- und Pinselalgen, solange diese nicht bereits geschw\u00e4cht sind<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Napfschnecken<\/td>\n<td>Aufwuchs, weiche Algenbel\u00e4ge<\/td>\n<td>Bei starkem Befall reicht das Nahrungsangebot oft nicht aus<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Siamesische R\u00fcsselbarbe<\/td>\n<td>Bartalgen, vor allem als Jungtier<\/td>\n<td>Wird 10 bis 15 cm gross, braucht rund 100 Liter pro Tier<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Otocinclus-Welse fressen zuverl\u00e4ssig Kieselalgen und weiche Gr\u00fcnalgenbel\u00e4ge, lassen Faden-, Bart- und Pinselalgen aber links liegen. Sie f\u00fchlen sich erst in bereits eingefahrenen Becken wohl und sollten in Gruppen ab 6 bis 8 Tieren gehalten werden, alleine oder zu zweit wirken sie oft gestresst. Mehr zur Haltung von Otocinclus und anderen S\u00fcsswasserwelsen zeigt der Ratgeber zu <a href=\"https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/welse-im-aquarium-beliebte-arten-und-ihre-haltung\/\">Welsen im Aquarium<\/a>.<\/p>\n<p>Amanogarnelen gelten unter den wirbellosen Algenfressern als Ausnahme, weil sie auch frische Fadenalgen effektiv fressen. Bart- und Pinselalgen meiden sie dagegen, solange diese nicht bereits geschw\u00e4cht sind. Als Richtwert bei akutem Fadenalgenbefall nennen Fachh\u00e4ndler rund 10 bis 15 Tiere pro 60 Liter Beckenvolumen.<\/p>\n<p>Die Siamesische R\u00fcsselbarbe geh\u00f6rt zu den wenigen Fischen, die \u00fcberhaupt Bartalgen fressen, allerdings vor allem als Jungtier. Ausgewachsen wird sie 10 bis 15 cm gross und braucht dann rund 100 Liter Wasser pro Tier, was sie f\u00fcr kleine Gesellschaftsbecken ungeeignet macht.<\/p>\n<blockquote>\n<p><b>H\u00e4ufiger Irrtum:<\/b> Kein Algenfresser r\u00e4umt eine bereits ausgeuferte Algenplage allein weg, das betonen <a href=\"https:\/\/www.drta-archiv.de\/algenfresser-im-aquarium\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fachautoren und erfahrene Aquarianer<\/a> unabh\u00e4ngig voneinander. Die Tiere fressen vor allem junge Algen und greifen bei ausreichendem Flocken- oder Tablettenfutter lieber zur bequemeren Alternative.<\/p>\n<\/blockquote>\n<h2>Wann ist ein Algenmittel gegen Algen vertretbar?<\/h2>\n<p>Ein chemisches Algenmittel ist vertretbar, wenn eine akute Algenplage kurzfristig sichtbar einged\u00e4mmt werden muss, w\u00e4hrend im Hintergrund parallel an der eigentlichen Ursache gearbeitet wird. Als alleinige Dauerl\u00f6sung eignen sich die Mittel dagegen kaum.<\/p>\n<p>Produkte wie Tetra AlgoStop oder Easy-Life AlgExit unterdr\u00fccken sichtbaren Algenwuchs oft innerhalb weniger Tage. Sie lassen die Ursache im Becken aber unver\u00e4ndert, weshalb <b>der Algenbefall nach dem Absetzen h\u00e4ufig zur\u00fcckkehrt<\/b>. Manche dieser Mittel enthalten zudem Kupfer und wirken damit giftig auf Garnelen, Schnecken und andere Wirbellose.<\/p>\n<p>Bevor Sie zum Algenmittel greifen, lohnt sich deshalb zuerst der Blick auf Beleuchtung, N\u00e4hrstoffe und CO2. Wer die Ursache behebt, d\u00e4mmt die Algenplage meist genauso wirksam ein, nur eben nachhaltiger.<\/p>\n<h2>Wie beugen Sie in der Einfahrphase vor?<\/h2>\n<p>Die beste Vorbeugung beginnt schon vor dem ersten Fisch. In den ersten Wochen eines neuen Beckens hilft ein enger Wasserwechsel-Rhythmus, das typische Kieselalgen- und Fadenalgen-Aufkommen der Einfahrphase sp\u00fcrbar zu begrenzen.<\/p>\n<p>Der Nitritpeak dauert in den meisten Becken 2 bis 4 Wochen, die anschliessenden Algenphasen ziehen sich mit zun\u00e4chst Kieselalgen und danach Gr\u00fcn- oder Fadenalgen \u00fcber bis zu 12 Wochen hin. Ein aktueller Tipp des <a href=\"https:\/\/www.petbook.de\/aquarium-terrarium\/aquarium-ohne-algen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">VDA-Vizepr\u00e4sidenten Matthias Wiesensee<\/a> empfiehlt, in den ersten drei Wochen alle zwei Tage einen Wasserwechsel durchzuf\u00fchren, um das Algenwachstum in dieser sensiblen Startphase von Anfang an klein zu halten.<\/p>\n<p>Alternativ setzen manche Aquarianer auf die <i>Dark-Start<\/i>&#8211; oder <i>Dry-Start<\/i>-Methode, bei der das Becken zun\u00e4chst ganz ohne oder nur mit sehr wenig Licht bepflanzt und eingefahren wird, bevor Wasser und Beleuchtung schrittweise folgen.<\/p>\n<div data-rt-embed-type='true'>\n<ul>\n<li><b>Wasserwechsel:<\/b> In den ersten drei Wochen alle zwei Tage einen Teilwasserwechsel einplanen.<\/li>\n<li><b>Beleuchtung:<\/b> Erst nach der Einfahrphase auf die volle Dauer von 8 bis 10 Stunden hochfahren.<\/li>\n<li><b>Bepflanzung:<\/b> Von Anfang an dicht und mit schnellwachsenden Arten bepflanzen, damit N\u00e4hrstoffe fr\u00fch gebunden werden.<\/li>\n<li><b>F\u00fctterung:<\/b> In den ersten Wochen sparsam f\u00fcttern, solange sich die Filterbakterien noch einspielen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h2>Der erste Hebel gegen Ihre Algenart<\/h2>\n<p>Die gr\u00f6sste Verwechslung bei Algen im Aquarium betrifft den Zeitpunkt. Was in einem frisch eingerichteten Becken meist nur Geduld braucht, verlangt in einem seit Monaten laufenden Aquarium eine echte Ursachensuche. Kieselalgen nach drei Wochen sind ein anderes Signal als Fadenalgen nach einem Jahr stabilem Betrieb.<\/p>\n<p>Wer die Algenart einmal richtig zugeordnet hat, wird meistens schon bei <b>einem einzigen Hebel<\/b> f\u00fcndig, sei es die Beleuchtungsdauer, der CO2-Wert oder der n\u00e4chste Teilwasserwechsel. Erst wenn dieser Hebel \u00fcber mehrere Wochen keine Wirkung zeigt, lohnt sich der Griff zu tierischen Helfern oder im akuten Fall zu einem Algenmittel.<\/p>\n<p>Nehmen Sie sich als n\u00e4chsten Schritt f\u00fcnf Minuten f\u00fcr einen Wassertest und einen Blick auf die Schaltuhr Ihrer Beleuchtung. In den meisten F\u00e4llen zeigt sich der Ausl\u00f6ser genau dort.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufig gestellte Fragen zu Algen im Aquarium<\/h2>\n<h3>Wie schnell verschwinden Kieselalgen nach dem Einfahren von selbst?<\/h3>\n<p>Meist verschwinden Kieselalgen innerhalb weniger Wochen von selbst, sobald sich die Filterbakterien im neuen Becken eingespielt haben. Der gesamte Prozess von Nitritpeak bis zum Abklingen der ersten Algenphasen kann sich aber \u00fcber bis zu 12 Wochen hinziehen. Bleibt der Belag danach hartn\u00e4ckig, lohnt sich ein Blick auf den Silikatwert.<\/p>\n<h3>Warum kommen Fadenalgen trotz regelm\u00e4ssigem Wasserwechsel immer wieder?<\/h3>\n<p>Oft bleibt neben dem Wasserwechsel noch ein weiterer Faktor unver\u00e4ndert, meist die Beleuchtungsdauer oder ein zu niedriger CO2-Wert. Ein Wasserwechsel senkt N\u00e4hrstoffe zwar kurzfristig, beseitigt aber nicht automatisch einen bestehenden Licht\u00fcberschuss. Erst wenn Licht, N\u00e4hrstoffe und CO2 gemeinsam stimmen, bleibt das Becken dauerhaft frei von Fadenalgen.<\/p>\n<h3>Frisst der Otocinclus auch Fadenalgen?<\/h3>\n<p>Nein, Otocinclus-Welse lassen Fadenalgen weitgehend unangetastet. Zuverl\u00e4ssig fressen sie Kieselalgen und weiche Gr\u00fcnalgenbel\u00e4ge, an harten Fadenalgen-Str\u00e4ngen beteiligen sie sich kaum. Gegen Fadenalgen eignen sich eher Amanogarnelen, die frische F\u00e4den aktiv fressen.<\/p>\n<h3>Wie lange sollte eine Dunkelkur gegen Blaualgen dauern?<\/h3>\n<p>Eine Dunkelkur dauert in der Regel 5 bis 7 Tage, in denen das Becken vollst\u00e4ndig abgedunkelt wird. Davor und danach empfiehlt sich jeweils ein grosser Wasserwechsel, um abgestorbene Cyanobakterien und \u00fcbersch\u00fcssige N\u00e4hrstoffe z\u00fcgig aus dem Wasser zu entfernen. Fische und Pflanzen \u00fcberstehen die kurze Dunkelphase in aller Regel problemlos.<\/p>\n<h3>Schadet ein chemisches Algenmittel Garnelen und Schnecken?<\/h3>\n<p>Ja, viele Algenmittel enthalten Kupfer und wirken damit direkt giftig auf Garnelen, Schnecken und andere Wirbellose. Vor dem Einsatz lohnt sich deshalb immer ein Blick auf die Inhaltsstoffe, besonders in Becken mit Amanogarnelen oder Napfschnecken. Wo m\u00f6glich, ist die Ursachenbek\u00e4mpfung \u00fcber Licht, N\u00e4hrstoffe und CO2 die schonendere Alternative.<\/p>\n<div data-claire-slot data-claire-post=\"3a06e832-faaf-4ce2-bd0c-173b6b99fa5e\" data-claire-i=\"1\"><\/div>\n<link rel=\"stylesheet\" href=\"https:\/\/app.byclaire.co\/cta.css\" data-claire-css=\"1\">\n<script src=\"https:\/\/app.byclaire.co\/cta.js\" data-claire-loader async defer><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Algen im Aquarium sind kein Pflegefehler, sondern ein Signal f\u00fcr ein Ungleichgewicht zwischen Licht, N\u00e4hrstoffen und CO2. Wer zuerst die Algenart bestimmt, erkennt daraus fast immer die Ursache und weiss sofort, welche Massnahme wirklich greift. Dieses Prinzip gilt f\u00fcr Kieselalgen ebenso wie f\u00fcr Blaualgen oder Bartalgen. 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