{"id":8105,"date":"2025-10-27T17:14:19","date_gmt":"2025-10-27T16:14:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/?p=8105"},"modified":"2025-10-27T17:14:20","modified_gmt":"2025-10-27T16:14:20","slug":"presse-bieler-tagblatt-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/presse-bieler-tagblatt-regional\/","title":{"rendered":"Presse &#8211; Bieler Tagblatt &#8211; Regional"},"content":{"rendered":"\n<p>Balthasar, unsere Katze wartet schon vor der T\u00fcr, wenn ich am Morgen komme. Er ist uns vor sechs Jahren zugelaufen und geh\u00f6rt jetzt einfach dazu. Er kommt mit mir rein, kriegt sein Futter \u2013 und dann beginnt mein Tag im Zoo Roco in Lyss.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin ein positiv denkender Mensch. \u00dcberall wo ich bin, versuche ich, das Beste zu machen. Jammern n\u00fctzt nichts, da steckt man nur verlorene Energie rein. Dann steckt man seine Energie lieber in etwas, das Freude macht. Diese Einstellung hat mich weit gebracht. Weiter, als ich mir mit 22 Jahren h\u00e4tte tr\u00e4umen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich w\u00e4hrend meiner Schulzeit jede freie Minute im Seeteufel verbracht und wir zuhause immer Tiere hatten, war eine Lehre im Zoofachhandel mein Berufswunsch., Als ich nach der Ausbildung in Bern in einem Gesch\u00e4ft arbeitete, fragte ich dann mal einen Vertreter, was es denn eigentlich koste, eine Zoohandlung zu er\u00f6ffnen. Der sagte dies meiner Chefin. Sie k\u00fcndigte mir auf der Stelle. Sie wollte niemanden angestellt haben, der vielleicht irgendwann mal ein eigenes Gesch\u00e4ft er\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich ging ziemlich gefrustet nach Hause. Aber meine Freunde sagten: \u201eAlso, dann fang doch jetzt an.&#8221; Und alle haben geholfen. Meine Br\u00fcder hatte zwei, dreitausend Franken auf der Seite, andere Kollegen und meine Eltern halfen mir ebenfalls mit der Gr\u00fcndung der Aktioengesellschaft. 1988 haben wir dann den Laden in Lyss im la Tour er\u00f6ffnet. Mit knapp 22 Jahren war ich damals die j\u00fcngste Zoofachh\u00e4ndlerin.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Name Zoo Roco ist hat eine Geschichte. Wir wollten das Gesch\u00e4ft eigentlich Seeland Zoo nennen, aber das brauchte eine Bewilligung von einem Amt, weil der Name \u201eSeeland&#8221; gesch\u00fctzt ist. Dazu hatten wir die Zeit gar nicht, weil alles so Schlag auf Schlag ging. Unser Papagei, den wir damals zu Hause hatten, hiess Roco. Somit war er der Namensgeber f\u00fcr mein Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"734\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/wp-content\/uploads\/BT-Regional-06-10-2025-THjpg-734x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8107\" srcset=\"https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/wp-content\/uploads\/BT-Regional-06-10-2025-THjpg-734x1024.jpg 734w, https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/wp-content\/uploads\/BT-Regional-06-10-2025-THjpg-215x300.jpg 215w, https:\/\/www.zoo-roco.ch\/news\/wp-content\/uploads\/BT-Regional-06-10-2025-THjpg.jpg 842w\" sizes=\"(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>1996 zogen wir zuerst an die Bielstrasse 29 und dann im Jahr 2012 in das alte Fabriklokal an der Bielstrasse 40d, wo wir nun unser Gesch\u00e4ft haben. Ein enger Freund hat mir gesagt, als wir in dieses grosse Geb\u00e4ude mit 850 Quadratmetern einzogen, \u201eDu spinnst&#8221;. Aber ich habe sofort gesehen, welches Potenzial die Fl\u00e4che hat. Ich sehe jeweils das Ziel, und alles auf dem Weg dahin sehe ich gar nicht. Ich mache einfach alles, damit ich zu diesem Ziel komme. Und wenn irgendwas mal nicht funktioniert, dann gibt es einen anderen Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Mich begeistert die N\u00e4he zu den Tieren und den Leuten. Im Verkauf kann man nicht introvertiert sein, das geht einfach nicht. Dadurch, dass ich so lange hier bin, kenne ich die meisten Leute. Und zwar wirklich lange! Es gibt Tierhalter, die ich als Kind bedient habe, die jetzt selbst Mami oder Papi sind und wieder mit ihren Kindern bei mir einkaufen. Das sind sch\u00f6ne Freundschaften, die sich entwickelt haben. Zum Teil finden sie zwar nur hier im Laden statt, aber das spielt keine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Kunde ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Ein \u00e4lterer Herr, der kam zwei Mal in der Woche vorbei und kaufte alles f\u00fcr seine Fische hier ein. Und einmal kam ein Telefon seines Sohnes. Er ist gestorben, ob ich das Aquarium leeren k\u00f6nnte. Da habe ich erfahren, dass seine Frau schwer krank war und er sie gepflegt hat. Ich sah, dass der Kunde nicht nur Aquarianer war, sondern auch Pfleger war und unheimlich sch\u00f6ne Bilder gemalt hat. An diesen Herrn denke ich noch heute oft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bieten hier ein Vollsortiment f\u00fcr Haustiere an \u2013 Futter und Zubeh\u00f6r f\u00fcr alle Haustierarten. Bei den lebenden Tieren verkaufen wir Kleintiere wie Ch\u00fcngeli, Meerschweinchen oder Rennm\u00e4use. Und Heimv\u00f6gel wie Wellensittiche oder Kanarienv\u00f6gel, heute sagt man n\u00e4mlich nicht mehr Zierv\u00f6gel, denn ein Tier soll keine Zierde sein. Wir sind eine der wenigen Gesch\u00e4fte, die noch V\u00f6gel anbieten. Ich selbst habe auch mal V\u00f6gel gez\u00fcchtet und hatte bis zu 200 St\u00fcck zuhause, in einem alten Bauernhaus in Dotzigen!<br>Und dann bieten wir hier im Laden auch noch alles f\u00fcr die Terraristik und die Aquaristik sowie Fische an.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlammspringer und die Axolotl sieht man nicht oft in den Gesch\u00e4ften, dies sind Rarit\u00e4ten. Und Chinchillas bei den Nagetieren geh\u00f6ren auch nicht zum Standartsortiment. Auch bei den Fischen biet wir immer Spezialit\u00e4ten an. Dadurch, dass wir ein Einzelgesch\u00e4ft sind und ich nicht auf Vorschriften von einer grossen Kette achten muss, haben wir den grossen Vorteil, dass wir sehr schnell sein k\u00f6nnen. Wenn ich etwas Spannendes sehe, kann ich es sofort einkaufen. Die grossen Ketten m\u00fcssen es zuerst listen und lagern. Dadurch sind wir schnell mit Neuheiten. Dies sagen uns auch viele Kunden.<br>Unsere Kundschaft kommt vorwiegend aus dem Umkreis von 30 Kilometer. Aber teilweise auch von Basel oder Z\u00fcrich. Wir haben sowohl im Gesch\u00e4ft aber auch im Onlineshop viele Stammkunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser ist ein wichtiges Standbein. Unterdessen erwirtschaftet der Versand rund 50 Prozent des Umsatzes. Wir verschicken zwischen 30 und 50 Pakete am Tag. Gestartet haben wir den Shop 2001. Damals waren wir der erste Onlinehandel in der Zoofachbranche. Die erste Bestellung kam lustigerweise aus R\u00fctschelen, das ist ein kleines Dorf im Oberaargau, in dem meine Mutter aufgewachsen ist. Das sah ich als gutes Omen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Motto lautet \u201eWir beraten Sie herzlich und tierisch gerne&#8221; und \u201eGeht nicht, gibt&#8217;s nicht&#8221;. Kundenw\u00fcnsche versuchen wir immer so weit wie m\u00f6glich zu erf\u00fcllen. Die meisten Kunden sch\u00e4tzen die Fachberatung und kommen gerne und regelm\u00e4ssig zu uns. Es gibt aber auch Leute, die bei uns die Beratung holen und kaufen dann billiger im Internet oder im Ausland ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Tierverkauf tr\u00e4gt man auch eine gewisse Verantwortung. Unsere Vorgaben zu Gehegegr\u00f6ssen und dem Tierwohl m\u00fcssen erf\u00fcllt werden. Die Mindestmasse des Gesetzes sind zu klein f\u00fcr eine artgerechte Haltung. Ich habe auch schon Tiere nicht verkauft, weil ich ein schlechtes Bauchgef\u00fchl hatte. Auch bei \u00dcberraschungsgeschenken sind wir sehr streng, das geht nicht! Wenn jemand zum Beispiel seinem G\u00f6ttibueb einen Hamster schenken will, fragen wir nach. Vielleicht will dieses Kind keinen Hamster? Oder die Eltern sind nicht einverstanden. Und wenn, dann soll doch das G\u00f6ttikind das Tier selbst aussuchen. Es soll sich auch etwas ins Tier verlieben!<\/p>\n\n\n\n<p>Und alles, was extrem exotisch ist, verkaufe ich bewusst nicht. Das geh\u00f6rt in die H\u00e4nde der Spezialisten. Wir haben 1999 auch aufgeh\u00f6rt, Meerwasserfische zu verkaufen. Damals waren dies alles Wildf\u00e4nge, und oft wurden diese im Meer mit Schlafmittel abgefischt. Diese Mittel haben die Organe der Fische gesch\u00e4digt. Ich habe damals gesagt, da mache ich nicht mit. Ich will gesunde Fische verkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin 58 Jahre alt, die Pensionierung kommt immer n\u00e4her. Momentan schaue ich, ob ich den Laden irgendwann \u00fcbergeben werde. Das ist aber noch nicht spruchreif. Am liebsten w\u00fcrde ich es jemandem verkaufen, mit der Auflage, dass ich bis 65 hierbleiben darf. Der Verkauf an eine Kette w\u00e4re meine letzte Option., denn dann w\u00e4re es nicht mehr Zoo Roco. Sobald es eine Kette wird, wird es 08\/15. Das sind wir bis jetzt nicht und es soll auch nicht so werden. Aber als Option w\u00e4re es immer noch besser, als eine Schliessung des Gesch\u00e4ftes.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht noch einen Moment bis zur dahin. Der Kontakt mit den Leuten denke ich, wird mir dann am meisten fehlen. Aber langweilig w\u00fcrde es mir sicher nicht. Reisen und fotografieren, meine Hobbys, werden dann im Vordergrund stehen. Was auch kommt &#8211; ich sehe immer M\u00f6glichkeiten und finde einen Weg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Balthasar, unsere Katze wartet schon vor der T\u00fcr, wenn ich am Morgen komme. Er ist uns vor sechs Jahren zugelaufen und geh\u00f6rt jetzt einfach dazu. Er kommt mit mir rein, kriegt sein Futter \u2013 und dann beginnt mein Tag im Zoo Roco in Lyss. 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